Zurück

DER FREIE ARZT - Nr. 1/2000


Die Redaktion

Gründung Österreichischer Akademie der Ärzte beschlossen

Beim Kammertag in Wien im Dezember des Vorjahres wurde auf Betreiben des Fortbildungs-Präsidialreferenten in der ÖÄK (= Präsident Routil) die Gründung eines Vereines og.Titels beschlossen. Zukünftig sollen die bisher in der Kammer bewerkstelligten Agenden (wie Kongresse, DFP, Arztprüfungen etc.) in dieser Akademie ausgelagert werden.

Der Problemkreis "Lehrpraxen" fehlt – hat man dieses Thema aufgegeben – oder sind hier einfach zuwenig Lorbeeren zu ernten?

Höchst eigenartig lesen sich in diesem Zusammenhang die Statuten: Präsidium, Vorstand, Mitglied (= Generalversammlung) des Vereines sind praktisch ident. In diesen Reihen finden sich auch die Namen Pjeta und Routil wieder... Die gleichen Personen bestimmen z.B. die Höhe der Mitgliedsbeiträge im Verein und haben diese dann auch in ihrer Funktion als Kammerfunktionär zu beschließen.

Auf die Geschäftsordnung wird man gespannt sein dürfen, besonders im Bereich der Entschädigungsmodalitäten. Wird es einen Passus für Ruhensbestimmungen für Doppelbezieher von Funktionärsgebühren (Kammer + Akademie) geben? Die Präsidenten und Fraktionskollegen Pjeta und Routil werden in diesem Falle über ihr persönliches Verhältnis zueinander hinaus beweisen können, dass es ihnen – wie so treuherzig beteuert – wirklich um die Sache der qualitativ hochwertigen Aus- und Fortbildung und nicht um das Lukrieren weiterer Pfründe auf Kosten der österreichischen Ärzteschaft geht.

Es bleibt schlussendlich noch die Frage offen, ob eine derartige Auslagerung überhaupt sinnvoll ist, zumal man in anderen Bereichen (Pressestelle) nicht unbedingt die besten Erfahrungen gemacht hat.