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DER FREIE ARZT - Nr. 3/2000


 

Dr. Jörg Garzarolli, Obmann der AKTION FREIER ARZT, 2. Vizepräsident in der ÄK Steiermark

Ende der Ärzteschwemme in Sicht?

Derzeit gibt es in Österreich rund 34.000 Ärzte. Jährlich werden etwa 1.000 über den Bedarf hinaus zuviel ausgebildet. Nach Hochrechnungen des ÖBIG werden wir im Jahre 2015 mit einem Überschuss von fast 20.000 Ärzten konfrontiert sein.

Nicht nur menschliche Schicksale sind mit diesen Zahlen verbunden, sondern auch die Vergeudung enormer Summen an Volksvermögen: die Ausbildung zum Dr.med.univ. verschlingt im Durchschnitt an staatlichen Leistungen 4,5 Millionen ATS pro Student, bis 2015 also eine unproduktive Fehlinvestition von ca. 90 Milliarden Schilling!

Kann, ja darf man so weitermachen wie bisher?

Ist es zu verantworten, dass hoffnungsvollen und hochqualifiziert ausgebildeten Menschen am Ende ihrer Ausbildung gesagt wird: wir haben keinen Platz für Euch, wir brauchen Euch nicht?

Ist es zu verantworten, dass Steuergelder weiterhin in einem solchen Ausmaß verantwortungslos verschleudert werden?

Bis dato wurden alle x-fach ausgesprochenen Warnungen in den Wind geschlagen. Die Einführung der Studiengebühr – wie immer man auch dazu stehen mag – wird kein Regulativ sein.

Nachdem es via Politik nicht möglich war und ist, steuernde Mechanismen ohne Numerus clausus im engeren Sinne zu schaffen, liegt nun die ganze Hoffnung auf eine zukunftsrächtige Lösung bei den Universitäten selbst, welche derzeit Studienreformen ausarbeiten.

Zumindest für die Universitäten Graz und Wien ist nach Absolvierung eines Teilabschnittes geplant, nur mehr eine beschränkte Anzahl von Studienplätzen zu vergeben. Eine Lösung, die einer langjährigen Forderung der Ärztevertretung entspricht.

Die Studienreform bietet die Möglichkeit, endlich eine qualitativ zeitentsprechende Ausbildung, welche vor allem auch mehr Praxisnähe beinhaltet, umzusetzen. Das Ziel: bedarfsorientierte, bestmögliche Ausbildung der zukünftigen Ärztegeneration.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Pläne der Studienkommissionen auch tatsächlich umgesetzt werden (können/"dürfen") und nicht von politisch oder nur pekuniär Denkenden an den Unis selbst wieder verworfen werden.