DER FREIE ARZT -
Nr. 3/2000
Der "Tschojanische Trick"
Bekanntlich war es nach unglaublich mühsamen Verhandlungen wenige Stunden vor tatsächlichem Beginn der von der GKK ausgesprochenen Vertragskündigung am 30. Juni dieses Jahres zu einer Einigung der Ärztekammer – GKK gekommen.
Das Ergebnis kam mit Hilfe des Rückhaltes einer geschlossenen Ärzteschaft zustande, aber auch durch die Übereinstimmung der Fraktionen in der Frage um den unbedingt notwendigen Erhalt einer auch zukünftigen Sicherungsklausel, deren eleminierung ja das erklärte Hauptziel und eigentlicher Kündigungsgrund der GKK-Granden war.
In einem Akt wurden auch Maßnahmen im Bereich der Einsparungen im Medikamenten-Verschreibungs-Zuwachs mit entsprechendem Verteilungsschlüssel zwischen Ärzten und der GKK vereinbart, welche der Finanzierung neuer Leistungen zufließen wird.
Letztendlich wurde der Erhöhungsprozentsatz für das Jahr 2000 festgesetzt, nämlich mit 0,85 %. Dies ist ein zugegebenermaßen nicht sehr befriedigender Wert, da die Inflationsprognosen für heuer derzeit bei etwa 2% liegen. Angesichts dessen, dass nur eine Paketlösung möglich war, hat auch die AKTION FREIER ARZT dem Abschluss zugestimmt – der Erhalt einer auf Dauer gesicherten Tarifanpassung-Indexierung war uns den einmaligen "Preis" wert.
Es sollte aber auch Kollege Tschojer, der kassenärztliche Referent, das Rückgrat haben, zu diesem Ergebnis zu stehen und nicht zu versuchen, es künstlich zu beschönigen: in der "VEREINIGUNGS"-Zeitschrift DIAGNOSE vom Juli 2000 rechnet er nämlich den durch den Entscheid der Landesschiedskommission den Ärzten zuerkannten Prozentsatz für 1999 von 1,37% (= seinerzeitige "Honorarautomatik") dazu, um zu einem "schönen" Ergebnis von 2,22% Gesamterhöhung zu kommen!
So bitte nicht, Kollege Tschojer! Die Kollegenschaft hat das Recht- und es ist Pflicht von Kammerfunktionären – auf Darstellung der Tatsachen, nicht auf Präsentation eines "Tschojanischen Tricks"!