DER FREIE ARZT -
Nr. 1/2001
Gruppenpraxis
Seit vielen Jahren wird in Österreich über die Einführung von Gruppenpraxen diskutiert, eine Umsetzung folgte bis dato jedoch noch nicht. In der 58. Novelle zum ASVG konnte die Gruppenpraxis nun endlich verankert werden, auf der Strecke geblieben ist jedoch die "Anstellung Arzt bei Arzt".
Weiters noch nicht endgültig geklärt ist die Umsetzung des Nachfolgemodells bei Praxisniederlegung.
Nach ursprünglich euphorischen Meldungen seitens des Kurienobmannes der Niedergelassenen Ärzte, Dr. J. Pruckner, ist es von Seiten der Standesvertretung auffallend ruhiger geworden. Am 28. April 2001 verkündete der Staatssekretär für Gesundheitswesen, Dr. Wanek, in der ZIB 1 die Umsetzung der Gruppenpraxis.
Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass Gruppenpraxen verlängerte Öffnungszeiten sowie Sonn-, Feiertags- und Nachtdienste anbieten sollen.
Dabei muss aber festgehalten werden, dass diese wichtigen Details noch nicht endgültig ausverhandelt sind und dass es daher an der Führung der Österreichischen Ärztekammer (Kurie Dr. J. Pruckner) liegt, hier auch lebbare Verhandlungsergebnisse zu erzielen.
Die AKTION FREIER ARZT tritt vehement für die möglichst rasche und in den Details (Öffnungszeiten, Honoraransätze, Rahmenbedingungen für Gesellschaftsgründungen) möglichst gut ausverhandelte Umsetzung der Gruppenpraxis ein – bringt sie doch eine deutliche Verbesserung der Patientenversorgung und der Arbeitsbedingungen der Ärzte.
Die AKTION FREIER ARZT lehnt jedoch die restriktiven Bedingungen des Hauptverbandes entschieden ab (z. B. Honorarreduktion, ...) wie auch organisatorische Vorschreibungen.
In Deutschland wird das Modell der Gruppenpraxis bereits gelebt, sodass man hier auf Erfahrungen bei den nun einsetzenden Umsetzungsverhandlungen zurückgreifen könnte.
Für die AKTION FREIER ARZT ist jedoch die Einführung der Anstellung "Arzt bei Arzt" – wie sie in allen anderen freien Berufen längst existiert – eine weiterhin unverzichtbare Forderung.
Die Ereignisse der nächsten Wochen werden zeigen, ob der Kurienobmann Dr. J. Pruckner vernünftige Verhandlungsergebnisse erzielen wird, oder ob der Hauptverband/Landesgebietskrankenkasse sich mit seinen rigiden Vorstellungen durchsetzten wird.
Wir werden die Ereignisse mit hoher Aufmerksamkeit verfolgen und rechtzeitig informieren, insbesonders werden wir nicht akzeptable Details oder Zwänge aufzeigen und dagegen Stellung beziehen.