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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2001


 

Dr. Eiko Meister, Mitglied im Wirtschafts- und Verwaltungsauschuss

 

Ein Plädoyer für den Wohlfahrtsfonds

Die letzen Wochen waren für die Mitglieder des Verwaltungsausschusses durch Meldungen aus anderen Bundesländern – im Speziellen Wien – etwas aufregend.

Hatten doch die Wiener Kollegen unter Umgehung der Österreichischen Ärztekammer versucht, Änderungen in die Ärztegesetznovelle zu reklamieren, die den Wohlfahrtsfonds der Steirischen Ärztekammer bis in die Grundfesten erschüttert hätten.

Im Konkreten wurde die Einführung eines Pensionssicherungsbetrages in einer variablen Höhe zur Rettung des maroden Wiener Fonds heftigst andiskutiert.

In einem über alle Fraktionen reichenden Beschluss des Verwaltungsausschusses wurde Präsident Routil beauftragt, diese Entwicklungen bei den Verhandlungen in Wien zu blockieren. Hätte doch die Einführung des Sicherungsbeitrages bedeutet, dass von den schon angesparten Pensionen ein nicht unerheblicher Teil wieder in den Fonds zurückgeflossen wäre.

Eine groteske Ohrfeige für alle Pensionisten des Fonds.

Schlussendlich wird aber – als Entgegenkommen den Wiener Kollegen gegenüber – die Möglichkeit eines Sicherungsbeitrages in der Ärztegesetznovelle verankert sein, die Umsetzung aber den Landeskammern vorbehalten sein. Darüber hinaus werden die Mitglieder der AKTION FREIER ARZT im Verwaltungsausschuss sehr genau wachen, dass hier auch in der Zukunft niemand auf die Idee kommt, sich an den Pensionen zu vergreifen. Schließlich ist der steirische Wohlfahrtsfonds, dessen Gebarung sich im Vergleich zu anderen Fonds durchaus sehen lassen kann, in seiner derzeitigen Form das Ergebnis der jahrzehntelangen Bemühungen der AKTION FREIER ARZT und deren Vertreter im Verwaltungsausschuss.

Dem steirischen Fonds geht es gut (siehe auch Artikel von Dr. Anton Kellner) dank der umsichtigen Führung und Veranlagungspolitik, über die über Fraktionsgrenzen hinaus Einigung herrscht.

Ein mittelfristiges Problem könnte aber die Beitragsfreudigkeit der Kolleginnen und Kollegen der jüngeren Generation werden. Ist es doch so, dass in der Relation zum Verdienst die Beiträge absolut gesehen nicht so gering sind.

Was aber nicht vergessen werden darf, und gerade bei den jungen Kollegen nicht, oder was nur unzureichend bekannt ist, ist die Tatsache, dass der Wohlfahrtsfonds Leistungen bereits ab dem ersten Tag der Zugehörigkeit zum Fonds in der vollen Höhe ausschüttet. Ein Faktum, das es bei entsprechenden Versicherungen nicht gibt.

Natürlich sind Reduktionen der einzelnen Beitragsleistungen nach Antrag an den Verwaltungsausschuss möglich, und dessen Mitglieder sind bestrebt soziale Härtefälle, die es leider immer häufiger gibt, entsprechend abzufedern.

Aber eine weiter sinkende Beitragsmoral kann dem Fonds mittelfristig gefährlich werden, da dann aus einem Ansparsystem ein Umlagesystem wird. Negatives Beispiel ist Wien. Ein weiterer Punkt für den Fonds ist letztlich die solide Veranlagung der vertrauten Gelder, für die eine konstante Rendite bei durchaus geringem Risiko erwirtschaftet wird, die bei ähnlichen Sparformen derzeit nicht erreicht wird. Zweifelsfrei ist die Rendite, die der Fonds mit risikoreicheren Anlagestrategien erzielt, nicht zu vergleichen, und zeitweilig gibt es dann doch "Schauer"-liche Ideen, etwas riskanter zu veranlagen. Diese Vorgangsweise entspricht aber nicht den gültigen Statuten und dem Ärztegesetz und bedarf daher keiner weiteren Diskussion.

Der Wohlfahrtsfonds – ausschließlich von Ärzten für Ärzte geschaffen – hat kein vergleichbares Pendant im Sozialsystem, bietet im Alter zusätzliche Pensionsleistungen und puffert Härtefälle ab. Darauf ist die AKTION FREIER ARZT stolz, denn die Erfolgsgeschichte des steirischen Wohlfahrtsfonds ist über lange Jahre mit der AKTION verknüpft.

Und um diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben zu können, benötigt der Fonds die Solidarität aller aktiven Mitglieder im Fonds.


 

Der steirische Wohlfahrtsfonds – eine Erfolgsgeschichte der AKTION FREIER ARZT

Übernommen als marodes Mauerblümchen hat sich der Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Steiermark zu einem stattlichen Versorgungsinstrument unter der Federführung der AKTION FREIER ARZT entwickelt.

Die weiteren Erfolge waren schon vorgegeben. Ein Instrument zur ärztlichen Altersversorgung muss in der Hand der Ärzte bleiben. In der Hand von umsichtigen Ärzten. Da lassen wir uns von irgendwelchen Pfuschern nicht hineinreden. Die AKTION FREIER ARZT steht voll zu ihrer Aufgabe und wird auch weiterhin die positive Entwicklung des Fonds maßgeblich mitgestalten.

Die Redaktion