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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2002


Links, unten ...

"Groscherlklauben" ...

 

Im letzten "Standpunkt" (Ausgabe 01/02) bringt das Sprachrohr der "Überparteilichen", Dr. G. Ranftl, seine ideologisch motivierten Überlegungen zu Papier. In diesem Elaborat sieht er das gesamte österreichische Gesundheitssystem in Gefahr; qualitative medizinische Versorgung gäbe es nur mehr für Reiche, ein Großteil der Ärzteschaft (95 %) werden nach seinen Gedankenansätzen in den wirtschaftlichen Ruin getrieben ...

Es mag jedem Funktionär der Ärztekammer unbenommen sein, seine politische Ansicht zu haben, und sei sie noch so weit links außen platziert, in der Standespolitik ist dafür jedoch kein Raum vorgesehen.

Um Ideologien zu transportieren, sollte sich Herr Ranftl einschlägiger Parteizeitungen bedienen und nicht Kammerfraktionsnachrichten dazu verwenden.

Primäre Aufgabe eines Standesvertreters ist es, Anliegen der Ärzteschaft zu vertreten und berechtigte Forderungen umzusetzen.

Es kann nicht die Aufgabe eines ÄK-Funktionärs sein, zu hinterfragen, wieviel Prozent "Besserverdienende" es in unserem Stand gibt (bei welcher Summe beginnt für Herrn Ranftl der Besserverdienende? – 10 % oberhalb eines "Basiseinkommens?), ob die Bundespolitik eine Steuerreform (eventuell "flat tax"?) einführt und ob es in Österreich eine private Pensionsvorsorge geben soll oder nicht.

Herr Ranftl hat scheinbar eine Antwort auf alle Fragen parat: Alle verdienen gleich viel, zahlen enorm hohe Steuern (= Solidarität), Leistungsansporn ist nicht mehr gefragt – kurzum der ehemalige Ostblock leben auf.

Darum finden wir, "Groscherlklauben" gehört nach ganz links unten.

Die Redaktion