DER FREIE ARZT -
Nr. 2/2002
Am 25.Mai 2002 fand im GRANDHOTEL WIESLER in Graz ein Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestandjubiläums der AKTION FREIER ARZT statt.
Neben Mitgliedern der Fraktion – darunter auch noch einige der Gründungsmitglieder mit dem Ehrenobmann Prim.i.R.Dr.Richard Piaty an der Spitze – hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden.
Der Obmann Dr.Jörg Garzarolli gab in einer kurzen Festrede einen historischen Rückblick: am 23.Februar 1962 wurde die Fraktion aus der Taufe gehoben, nachdem es im Vorlauf größte Unzufriedenheit mit der damaligen Kammerführung gegeben hatte. Zentrale Kritikpunkte waren die katastrophale finanzielle Situation der Spitalsärzte sowie deren mangelhafte Vertretung durch die Standesvertretung und der Wunsch nach Aufbau einer stabilen und effektiven Altersversorgung für alle Ärzte.
In den Folgejahren, in denen die AKTION dann von 1969 bis 1989 sogar alleinverantwortlich die Geschicke der Standesvertretung leitete, wurden zahlreiche Meilensteine im Interesse der steirischen Ärzteschaft gesetzt. Einige Beispiele: der Aufbau einer stabilen Altersversorgung zur sozialen Absicherung, die Schaffung einer Dienstordnung für Spitalsärzte als Basis für eine gehalts - und einkommensrechtliche Sicherstellung inklusive gerechterer Verteilung der Sondergebühren, der Umbau des §2-Kassensystems beinhaltend die Verrechnungsmöglichkeit zahlreicher Sonderleistungen, die Schaffung des Gemeinde-Sanitätsgesetzes für Distriktsärzte, diverse Verträge mit den Privatversicherungen für den stationären und niedergelassenen Bereich usw.
Danach folgte ein kurzer Ausblick auf die Zielvorstellungen und zukünftige Arbeit der AKTION FREIER ARZT: es wird sorgsamer und engagierter Tätigkeiten bedürfen, die leider bereits teilweise eingetretenen Driftungstendenzen innerhalb der Ärzteschaft – nicht zuletzt beruhend auf der neuen Kurienstruktur – in den Griff zu bekommen. Aber gerade dieser Punkt war und ist es, welcher d i e Stärke der Fraktion darstellt : der innere Ausgleich und Zusammenhalt und das Sprechen mit einer Stimme für alle ärztlichen Berufsbereiche.
Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch des Gesundheits-Staatssekretärs Univ.Prof.D.R.Waneck, welcher die Zukunft des österreichischen Gesundheitswesens aus Sicht der Politik analysierte.
Zunächst stellte Prof. Waneck fest, daß nach der derzeit sich im Finalisierungsstadium befindlichen Phase der Vorarbeiten (dazu gehörte z.B. auch die Neuorganisation des Hauptverbandes) jetzt daran gegangen werden soll, die Zukunft zu gestalten. Für ihn seien transparente Kostenwahrheit sowohl im ambulanten als auch im niedergelassenen Bereich unabdingbar, ebenso die sanktionierbare Erfüllung vorgegebener Qualitätskriterien. Unter dem Blickwinkel, daß 8% Arbeitsunfällen 12% Freizeitunfällen gegenüberstehen, seien diese Bereiche näher zu erheben und darauf zu reagieren, ebenso auf die Tatsache, daß die Bevölkerung bereits unter fast 70% Befindlichkeitsstörungen – also keinen echten Erkrankungen – leidet. Schwerpunkt in unmittelbarer Zukunft werde für ihn die Erstellung eines "Österreichischen Gesundheitsplanes" sein: aus dem wissenschaftlichen Ergebnis von diversen Erhebungen sollen Strategien zu den auszubauenden Bereichen Prävention und Früherkennung aber auch bei Therapie und Nachsorge erarbeitet werden. Für den Universitätsstandort Graz kündigte Waneck die Errichtung eines Lehrstuhles für Palliativmedizin an.
Die AKTION FREIER ARZT geht engagiert und kompetent in die Zukunft ihrer Arbeit im ausschließlichen Interesse der Ärzteschaft – getreu ihren Grundsätzen : Freiheit in der Berufsausübung sowie Freiheit von unnötigen Reglementierungen und Zwangsbeschränkungen durch Selbstbestimmung sowie Unabhängigkeit von jeglichen politischen Einflüssen.