DER FREIE ARZT -
Nr. 2/2002
Dr.
Jörg Garzarolli, Obmann
der AKTION FREIER ARZT, 2. Vizepräsident in der ÄK Steiermark
DER AKTUELLE KOMMENTAR
Das erste Halbjahr 2002 war von intensiven Vorarbeiten zum Gruppenpraxis-Vertrag, für die Praxis-Evaluierungs-Richtlinien, den Chipkarten-Vertrag, die bundesweit gültigen Basis-Kriterien für Kassenvertragsvergaben und letztendlich vom Thema der Frage der zukünftigen Standesvertretung der Zahnärzte geprägt.
Der Gruppenpraxis-Vertrag ist praktisch unter Dach und Fach, die anderen Bereiche werden in den nächsten Monaten einer Lösung zuzuführen sein und umgesetzt werden müssen.
Fast "nebenbei" liefen die Verhandlungen mit der Steirischen GKK über den Aufteilungsmodus des von den Kassenärzten im Zuwachs ersparten Volumens bei den Medikamentenverschreibungen.
Doch damit hatte die Standesvertretung offensichtlich noch zu wenig an den externen Fronten zu bewältigen, zunehmend muß sie sich intern über den Stil der Führungen auf Ebene der Österreichischen Ärztekammer Sorge machen:
Die Kurienobfrau der Bundeskurie der angestellten Ärzte wälzt offensichtlich nur Gedanken darüber, wie sie ihre persönliche Machtposition ausbauen kann, der Kurienobmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte agiert auf einem zunehmend selbstgefälligen Soft-Kurs, der Kurienobmann der Bundeskurie ZMK sucht krampfhaft einen Weg, dass er sich auch "Präsident" nennen darf und der Präsident schafft keinen Ausgleich zwischen den Interessensgruppierungen – sorgt dafür aber durch seine Aktionen in seinem Bundesland für gewaltige Unruhe und Unmut im übrigen Österreich.
Wahrlich kein winning dream-team ...
So kann man nur hoffen, dass die handelnden Personen in den letzten Monaten bis zur Wahl 2003 es schaffen, bar ihrer persönlichen Ambitionen eine Standespolitik zu betreiben, mit der man zumindest leben kann und mit der sie wenigstens keine Schäden verursachen oder noch tiefere Gräben aufreißen. Die Probe haben sie jedenfalls nicht bestanden, ihre Chance vertan – eine weitere sollte es nicht geben.