DER FREIE ARZT - Nr. 1/2004
Dr. Jorg Garzarolli, Obmann der Aktion Freier Arzt
DER AKTUELLE KOMMENTAR
In einem Artikel der Fraktionszeitschrift CIRCULAR Nr.5/03 der IG Angestellte Ärzte wurden Argumente die niedergelassene Ärzteschaft betreffend gebracht, welche in der Vollversammlung am 4.12.2003 zu heftiger Kritik von Seiten der "Opposition" führten.
Die anschließende Diskussion endete letztendlich in einer von allen Fraktionen beantragten und einstimmig beschlossenen Resolution mit folgendem Inhalt : die Ärztekammer für Steiermark bekennt sich zu einem gemeinsamen, umfassenden ärztlichen Versorgungsauftrag, welcher anteilig von angestellten und freiberuflich niedergelassenen Ärzten erfüllt wird. Alle drei Kurien bekunden wechselseitige Wertschätzung der ärztlichen Arbeitsleistung. Die Kammerräte bekennen sich zur Solidarität und Subsidiarität in der Wahrnehmung ihrer spezifischen Aufgaben. Allen geringschätzigen Äußerungen über den ärztlichen Beruf wird aktiv entgegengetreten.
Trotz dieser konsensuellen Meinungsbildung versuchte die VEREINIGUNG in nachfolgenden Fax-Aktionen an niedergelassene Kolleginnen und Kollegen negative Stimmung und insbesondere Verunsicherung zu erzeugen.
Es ist Recht und Aufgabe einer Opposition ( lat., "Gegensatz, Widerstand, nicht an der Regierung beteiligt" ), ihre gegenteilige Ansicht zu artikulieren oder Kritik aufzuzeigen. Es ist aber eine Frage des Stiles, wie man das macht : eine Verunsicherungskampagne zu starten, nachdem das Thema intern geklärt war ( siehe Resolution oben ), ist schlichtweg nichts anderes als Populismus mit entsprechender Wertigkeit.
Die AKTION befindet sich in einer Führungskoalition ( lat., "Bund, Verbindung" ) mit anderen Fraktionen, darunter der IG Angestellte Ärzte. Grundlage ist, gemeinsame Ziele zu definieren und umzusetzen. Das heißt aber nicht gleichzeitig, daß man in allen Bereichen gleicher Ansicht sein muß oder daß es so etwas wie gegenseitige Haftung für die individuellen fraktionellen Meinungen gibt. Gerade primär nicht-konsensuelle Bewertungen einzelner Fragen können oft sehr befruchtend für zukünftige Sichtweisen und Aktivitäten sein - ein Ausdruck gelebter Demokratie. Das schließt ebenso ein, daß es a priori von uns - der AKTION - nicht generell ausgeschlossen wird, in Einzelfragen dem Ärztestand dienliche sachlich fundierte Argumente auch der sg. Opposition mit einzubinden.
Wie bereits mehrfach artikuliert sei hier nochmals die unumstößliche und grundsätzliche Einstellung der AKTION FREIER ARZT bzw. ihrer Mandatare zu ihrer Arbeit in der Standespolitik und zu ihrem Verhältnis zu anderen Fraktionen festgehalten :