DER FREIE ARZT - Nr. 2/2004
Dr. Franz Andiel
Dr. Wolfgang Planinz
Dr. Torsten Laffert
Von fremden Federn...
Knapp ein Jahr ist es her, dass die steirische Ärzteschaft zu den Wahlurnen gerufen wurde. Das Ergebnis ist bekannt. Wolfgang Routil wurde als Präsident abgewählt und eine Koalition aus IGAÄ, AKTION FREIER ARZT, Überparteiliche und Ärzten in der Sozialversicherung hat die Führung übernommen.
Eine schwere Aufgabe stand und steht den Vertretern aller dieser Fraktionen bevor. Die Rahmenbedingungen zum Wechsel waren extrem schlecht. Aber es konnte einiges erreicht werden. Und wie das in solchen Verbindungen üblich ist, naschen andere gerne am Erfolg der Partner mit.
Fakt ist, dass sich die AKTION FREIER ARZT mit ihrem Spitzenvertreter Norbert Meindl mehrfach negativ zur Privatisierung der KAGes geäußert hat; gemeinsam konnten die verantwortlichen Politiker und führenden Beamten von der unheilschwangeren Entwicklung überzeugt und die Privatisierung vorerst verhindert werden.
Es war auch Norbert Meindl, der am letzten positiven Abschluss der Kassenverhandlungen maßgeblich mitbeteiligt war.
Fachärzte der AKTION FREIER ARZT waren es auch, die Ende März 2004 im Staatssekretariat für Gesundheit die Einbindung von Fachärzten in die Vorsorgeuntersuchung Neu gefordert hatten und auf breite Zustimmung gestoßen sind.
Tatsache ist auch, dass sich die Vertreter der AKTION FREIER ARZT schon weit vor den letzten Wahlen des Themas der Dienstzimmer und der katastrophalen Bedingungen unter denen Spitalsärzte werken müssen angenommen haben.
Die ebenso blamable Entlohnung der Spitalsärzte ist auch eines der Zentralthemen, dem sich keine Fraktion verschließen kann. Seit Jahren fordern wir die Streichung des Hausanteiles bei den Sondergebühren und die Anhebung der Gehälter.
Es war auch die AKTION FREIER ARZT, die sich erstmalig um das Thema Telemedizin mit all seinen Vorteilen und Nachteilen gekümmert hat.
Auch um die "kleinsten" im Spital, die Turnusärzte, haben wir uns immer gesorgt. Nur sind Verbesserungen für die Turnusärzte durch die vielfältigen Einfluß- und Störgrößen, wie auch standespolitischen Interessen der weiteren im Spital tätigen Berufsgruppen nur extrem schwer umsetzbar.
Immer wieder pochen wir in den Gesprächen mit der KAGes auf die flächendeckende Umsetzung des Tätigkeitsprofils. Aber wir konnten auch für die Turnusärzte wesentliche Verbesserungen herbeiführen. So ist es den Turnusärztevertretern der AKTION FREIER ARZT unter der Führung von Eiko Meister gelungen, in Kooperation mit der KAGes eine eintägige Notfallausbildung im Rahmen des KAGes-Turnus für alle Turnusärzte zu organisieren.
Weiters wurde die zuletzt (in Vorwahlzeiten) zur fraktionspolitischen Show degradierte Turnusärzteweiterbildung re-animiert und auf seriöse Beine gestellt. Die Regelmäßigkeit, mit der diese Veranstaltungen mittlerweile vom Fortbildungsreferat der Ärztekammer organisiert werden spricht Bände.
Auch scheut sich unser Fortbildungsreferent Eiko Meister nicht, griffige Themen anzugehen: Generika, Stammzellen, Minimal Medication waren unter anderem Themen zu denen das Fortbildungsreferat unter der Führung der AKTION FREIER ARZT eingeladen hat. Mit Erfolg.
Die Verantwortlichen der AKTION gehen aber noch weiter:
Sie bringen mit der Hospitation eine völlig neue Variante der Fortbildung ein.
Niedergelassenen und Angestellten Ärzten wird es möglich sein im Rahmen einer strukturierten Fortbildung die Arbeitsweisen der jeweils "anderen Seite" kennen zu lernen und Fertigkeiten und Kenntnisse aufzufrischen - mit Anrechnung für das Diplomfortbildungsprogramm.
Die AKTION FREIER ARZT will auch das Standesbewusstsein der Ärzte wieder stärken.
Darum haben wir gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern den Entschluss gefasst den Ärzteball wieder auferstehen zu lassen. Am 19.6.2004 wird sich die steirische Ärzteschaft ein Stell-dich-ein beim Sommerfest der Ärzte geben.
Wir sind zu den letzen Wahlen mit einem Programm angetreten, das wohl überlegt war. Dieses Programm setzen wir nun mit unseren Partnern in der Ärztekammer um. Unser Credo ist es mit allen in der Führung verbundenen Fraktionen einen Konsens herzustellen und auch hinter unseren Entscheidungen zu stehen.
Daher behaupten wir von uns auch keine fremden Federn zu benötigen, um die gleiche Augenhöhe zu erreichen. Die hatten wir schon immer.