Home

DER FREIE ARZT - Nr. 1/2005


Dr. Norbert Meindl, Facharzt für Urologie

§-2 Kassenabschluss 2004

Nach langwierigen und zähen Kassenverhandlungen gibt es nun ein eher bescheidenes Ergebnis: + 2,1% Honorarerhöhung, das entspricht genau dem Honoraranpassungsfaktor und liegt im Bereich der Inflationsrate für 2004. Vor dem finanziellen Hintergrund der Kassen ist dieses zu akzeptieren.

Zu hinterfragen ist jedoch die Aufteilung des Zuwachses, die autonom von der Kurie unter der Führung von J. Pruckner festgelegt worden ist.

So wurde nahezu die gesamte Summe für eine Erhöhung der 1. Ordination verwendet, die weiteren Ordinationen sowie die Sonderleistungen bleiben unberührt - damit unter der Inflationsrate, was auch in Zukunft nicht mehr aufzuholen sein wird.

Gerade im Bereich der für einen Ordinationsbetrieb notwendigen Investitionen schlägt sich dies nieder. Sonderfächer, also die Fachärzte im speziellem, mit laufend notwendigen technischen Nachrüstungen sind besonders betroffen. Die z.T. sehr niedrigen Tarife der Sonderleistungen hätten dringend einer Nachjustierung bedurft. Die Kasse war einer Erhöhung „über alles“ nicht abgeneigt, nur die Kurienführung bestand auf einer alleinigen Anhebung der 1. Ordination. Lediglich für die Fachgruppe Kinderheilkunde gab es eine Erhöhung des „Fachspezifischen Zuschlages von € 4,07 auf 4,39 - aber auch hier blieben die Sonderleistungen gleich.

In Summe ergibt sich eine Erhöhung von 2,6% für die Allgemeinmediziner und 2.09% für die übrigen Fachärzte, bei den Kinderärzten ist eine Anhebung der Honorarsumme von 3,08% zu verzeichnen. Diese ungleiche Gewichtung muss hervorgehoben und kritisiert werden.

Etwas mehr Augenmaß seitens der Kurienführung - Pruckner und Tschojer - wäre angebracht gewesen. Mehr Feingefühl bei zukünftigen Aufteilungen der gesamten Honorarerhöhung ist also gefordert.

Unglücklich verlief auch das Procedere hinsichtlich des Zeitpunktes der Nachzahlung für 2004. Die Kasse hat als Ausgleich zur verspäteten Nachzahlung die Akontozahlung für das 1.Quartal 2005 noch im Dezember 2004 angewiesen, somit ergeben sich für 2004 im Gesamten 13 anstatt 12 monatliche Akontozahlungen. Da aber eine solche meist höher als die Nachzahlung ist, führt dies zu steuerlichen Erklärungsbedarf für die Einkommenssteuer 2004!

Für die zukünftigen Honorarverhandlungen kann aber im bisherigen Ausmaß auf die Finanzsituation der Kassen, sowie in den vergangenen Jahren, nicht mehr Rücksicht genommen werden, der Abschluss 2005 muss wieder spürbar über der Inflationsrate zu liegen kommen, das sei der Kurienführung mitgeteilt und auch abzuverlangen.

Es kann nicht sein, dass zunehmend die Honorargestaltung der niedergelassenen Kollegen für die Beherrschung der prekären Finanzsituation der Kassen herangezogen wird. Man wird um eine Erhöhung der Mittelzuführung zum Gesundheitssystem nicht herumkommen. Dies muss in Zukunft stärker transportiert werden und zwar in erster Linie von den Vertretern der Kurienführung und das bundesweit.