DER FREIE ARZT - Nr. 1/2005
Dr. Jörg Garzarolli
Dr. Norbert Meindl
Die Fusion der VA
der Österr. Eisenbahnen und der VA des Österr. Bergbaus zur neuen „VAEB“ ist
wahrscheinlich der Anfang für weitere Zusammenlegungen: im Gespräch
sind die Konstellationen SV Bauern mit der SVGew.
Wirtschaft und in der Steiermark die KFA der Stadt Graz mit der BVA.
Der zwischen der
Bundeskurie und der VA ausverhandelte und den
Länderkurien zur Beschlussfassung vorgelegte neue Gesamtvertrag fand in
Wien, Burgenland und Vorarlberg keine Zustimmung – auch in der Steiermark
gab es heftige Diskussionen und viele Stimmenthaltungen. Die Beschlussfassung
erfolgte ausschließlich mit den meisten Stimmen der Vertreter der
VEREINIGUNG.
Der neue Vertrag
wird für Vertragsärztinnen und Vertragsärzten mit vielen
Bergbau- und wenigen VA-Versicherten eine positive
Entwicklung bringen. Für die große Mehrzahl aber, welche mehr VA-Versicherte als Bergbau-Versicherte betreuen, eine
deutliche Honorarminderung, nämlich einen Honorarabschlag von 8,3 % !
Dies wird vor
allem die Grazer Kollegen treffen ( z. B.: GVB, GKB,
... ).
Für diese
wird als „Trostpflaster“ in Aussicht gestellt, dass bis zum Jahr
2008 der jetzige Stand erreicht werden wird –
also eine selbst finanzierte Honorarentwicklung ohne tatsächlicher
Realsteigerungen. Umgelegt bedeutet dies ab 2005 eine jährliche Anhebung
um ca. 1 % - vermutlich deutlich unter der Inflationsrate
!
Dieser Abschlag
war der Hauptgrund für die Ablehnung der oben genannten Bundesländer.
Die vor Jahren von
der Mehrheit der Kammerfunktionäre – unter anderen bundespolitischen
Voraussetzungen – selbst geforderte Zusammenlegung von Krankenkassen zum
Abbau des Verwaltungsapparates ist unter heutigen Bedingungen ein
Abwehrszenario geworden: die Fusion(en) werden auf dem Rücken der
Vertragsärzten durchgeführt.
Ein weiterer
Beitrag, dass den Kassenärzten die existentielle Basis untergraben wird.
Sollte sich bei der geplanten Vereinigung der SVBauern
mit der SVGW eine ähnliche negative Entwicklung abzeichnen (massive
Honorarverluste), so werden Kampfmaßnahmen bis hin zur österreichweiten Vertragskündigung unausweichlich
sein.
Hierüber muss es in der Steiermark dann eine einstimmige Entscheidungsfindung über alle Fraktionsgrenzen hinweg geben.