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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2005


Dr. Wolfgang Florian, Facharzt und bekennendes Mitglied der Ärztekammer

Good bye – Zahnärzte !

Es ist soweit ! Die Fachärzte für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde treten voraussichtlich aus der gemeinsamen Ärztekammer aus. Ob es der Wunsch wirklich aller Fachärzte f. ZMK ist, bleibt wohl dahingestellt. Zumindest war es seit vielen Jahren der Wunsch der von ihnen gewählten Mandatare

( Österreicher, Westermayr, Fischer, ... ), die mit geschicktem politischen Spiel dieses Ziel anpeilten.

 

Zuerst wurde uns vorgegaukelt, die EU fordere eine eigene Kammer der Zahnärzte, sogar eine EU-Klage wurde vorgeschoben. Dann, als sich die EU-Forderung auf das Führen einer einfachen Liste der Zahnärzte reduzierte wurde einfach argumentiert, jetzt gäbe es keinen politischen Weg mehr zurück.

Die Tatsache der „neuen“ Dr. med. dentes wurde ebenso argumentiert, obwohl diese Kolleginnen und Kollegen ohne Probleme auch der bisherigen Ärztekammer beitreten könnten. Selbst die verbleibenden Dentisten mit ihrem Kammerproblem wurden als Argument strapaziert.

Sogar Protokolländerungen und Sitzungsunterbrechungen während laufender Sitzungen der ÖÄK waren notwendig, um das Ränkespiel dieser Handvoll an Funktionären zu kaschieren. 

Sie verfolgten ein einziges Ziel – den Austritt aus der Ärztekammer.

 

Am Anfang standen starke Widerstände aller anderen Ärztevertreter dagegen - Appelle, doch im gemeinsamen Boot zu verbleiben, an gemeinsame Stärke, gegenseitige Unterstützung bei Streitigkeiten mit Dritten, Vorteile der Größe der Gemeinschaft... .

Doch alles fruchtete wenig. Stur und uninteressiert an jedweder Diskussion wiederholten oben genannte Mandatare die erhobene Forderung – „ Wir wollen ’raus aus der Ärztekammer ! “

Ein Antrag der AKTION FREIER ARZT zu einer Urbefragung unter allen Ärztinnen und Ärzten ( sollten nicht bei einer Scheidung beide Partner mitreden ? ) wurde im Jänner 2002 von Dr. Österreicher ( und Koalitionspartner Dr. Routil ) niedergestimmt - vom Tisch gewischt. Soviel zum Demokratieverständnis, wenn persönliche Ziele bedingungslos durchgepeitscht werden sollen.

Wobei es natürlich eine Unterstellung wäre, würde man hinter dem Treiben der Genannten die Karriere als Kammerpräsident einer Zahnärztekammer vermuten oder die uneingeschränkte Finanzhoheit über große Geldmengen.

Doch so profan will wohl niemand denken !

 

Und so kam es, wie es kommen musste. Das egozentrisch denkende Funktionärsgrüppchen erreichte mit jahrelanger Penetranz ihr Ziel – wenn auch denkbar knapp !

In einer österreichweiten Abstimmung unter allen Zahnärzten stimmten bei einer Rücklaufquote von 73 % knapp mehr als die Hälfte ( 52,5 % ) für eine eigene Standesvertretung – immerhin stolze 47,5 % dagegen.

 

Man könnte es sich einfach machen und sagen: „Reisende soll man ziehen lassen“ oder „wo kein Wille, da kein Weg“, aber ist es wirklich so einfach ?

Ist es nicht traurig, wenn sich eine Kammer automutiliert und freiwillig die Kleinzehe abhackt?

400 Kolleginnen und Kollegen, - Fachärzte - denen wir wirklich beigestanden sind, in den letzten Jahrzehnten, die wir als gleichwertige und wertvolle Mitglieder unserer Gemeinschaft verstanden haben, sollen wir ohne Tränen ziehen lassen ?

Was wird aus ihnen werden, allein, als Kleingruppe in den Wogen der Landes-, und Bundespolitik, verglichen mit den großen Berufsgruppen Österreichs ?

Wie werden sie dastehen, bei Tarifverhandlungen und anderen Kämpfen mit den Kassen ?

 

Klar, nach Austritt eines 13tels der Mitglieder wird die Ärztekammer unbeschadet weiter bestehen.  

Aber 7,3 % der Ärzte der Steiermark müssen nun ihren Weg alleine finden – und da wird es manch einen davon geben, der sich bei oben genannten Funktionären „bedanken“ wird – jetzt nach oft jahrzehntelanger Zugehörigkeit zur Ärzteschaft  nicht mehr dabeizusein - abgetrennt von allen übrigen Fachärzten.

Jetzt bleibt uns nur noch, allen Fachärzten f. ZMK viel Glück zu wünschen für Ihre Zukunft in der Einsamkeit.

„ Bye, bye, Zahnärzte “, ein neuer Song, der zumindest eine Träne im Augenwinkel aller steirischen Ärzte hinterlässt.