DER FREIE ARZT - Nr. 2/2005
Gehaltsverhandlungen für Spitalsärzte
Seit knapp einem Jahr laufen die Verhandlungen mit der KAGes mit dem Ziel einer deutlichen Anhebung der Grundgehälter für Spitalsärzte. Das bisherige Gehaltsniveau entspricht bei weitem nicht den Anforderungen einer Spitzenmedizin.
Für jede Berufsgruppe ist es selbstverständlich, dass Topleistungen eine entsprechend hohe Abgeltung gegenüberstehen muss – nur Ärztinnen und Ärzten wird dies bislang nicht zugestanden. Obwohl gerade in diesem Beruf die Belastung und Verantwortung durch Aufklärungs- und Dokumentationsverpflichtung und stetig verkürzte Aufenthaltsdauer der Patienten rasant gestiegen ist.
Vor diesem Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen als schwierig einzustufen.
Von Seiten der KAGes wurde bei den Verhandlungen als erstes die Einbindung einer „Flexibilisierung“ der Arbeitszeit verlangt.
Unter Flexibilisierung versteht die KAGes eine Umverteilung der Anwesenheitszeiten über den Tag, dies jedoch hauptsächlich in ihrem Sinne, und nicht, wie manche Ärztinnen und Ärzte sich vorstellen, dass sie ihre Arbeitszeit nach ihren Wünschen einteilen können.
Dr. Wolfgang Florian – Präsidialreferent der ÄK und Mitglied des Verhandlungsteams - war es in erster Linie zu verdanken, dass dieses Anliegen der KAGes nicht in eine Richtung läuft, die den Ärzten eine Verschlechterung der Lebensqualität, Familienfeindlichkeit und Verunmöglichung der Planung der Freizeit einträgt.
So war es ursprünglich ein Ansinnen der KAGes, die Normalarbeitszeit auf Montag bis Sonntag ( ! ) von 6 Uhr bis 22 Uhr auszudehnen, einen geteilten Dienst einzuführen, die Kernarbeitszeit abzuschaffen, und das alles über Feiertage und Wochenenden hinweg.
Für Dr. Wolfgang Florian ist es auch unabdingbar, dass auf der Einkommensebene am Ende des Tages eine gut zweistellige prozentuelle Erhöhung ihren Niederschlag findet.
Besonderes Augenmerk wird der Entlohnung der Nachtdienste zukommen, die eine extreme Erschwernis im ärztlichen Berufsleben darstellen. Eine Reduktion der Gesamtarbeitszeit darf auf keinen Fall zu einer Einkommensreduktion führen – würden sich dabei die Spitalsärzte eine Grundgehaltserhöhung ja selbst finanzieren, bei gleichzeitiger Arbeitsmehrbelastung für jeden Einzelnen durch weniger körperlich anwesende Ärzte.

Es ist weiters für Dr. Florian von höchster Wichtigkeit, dass mindestens zwei Wochenenden pro Monat am Stück dienstfrei bleiben, die Normalarbeitszeit unter der Woche ( wie bisher ) um 19 Uhr endet und der Tagdienst ungeteilt absolviert wird.
Nach nunmehr 9 Verhandlungsrunden wird es für Kollegen Florian sowie auch für das gesamte Verhandlungsteam an der Zeit, dass die Gespräche nun ehebaldigst in die Zielgerade eintreten, denn lange genug wurde die Geduld der steirischen Ärzteschaft schon strapaziert.
Den Verantwortlichen der KAGes muss klar sein, dass qualitativ höchstwertige ärztliche Leistung in der Besoldung und in entsprechenden Rahmenbedingungen ihren Niederschlag finden muss. Eine Budgetkonsolidierung, und mag dies ein noch so vorrangiges Ziel der Vorstände der KAGes sein, wird nicht zulasten der Ärzteschaft umsetzbar sein, denn nicht diese behandeln und heilen Patienten, sondern Ärzte – und es sind die Ärzte, die letztendlich das Wohlergehen der Patienten verantworten müssen und nicht die Verwaltung !
Die Redaktion