Start des Pilotprojektes im Bezirk Deutschlandsberg
Rund zweieinhalb Jahre ist es her, als Dr. Norbert Meindl die Idee entwickelte, eine neue Form der ärztlichen Fortbildung in Österreich zu etablieren. Bis dahin gab es nur an einzelnen Krankenanstalten in Österreich die Möglichkeit für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Fortbildungen zu besuchen oder am Klinikalltag teilzunehmen.
Die Idee der Hospitation, die von Norbert Meindl hier artikuliert wurde, ging aber wesentlich weiter.
Die Ziele, die mit der Hospitation erreicht werden, sind folgende:
· Niedergelassene Ärzte „kehren“ ( nach oft vielen Jahren in der Praxis ) in das Spital zur Weiterbildung zurück
· Spitalsärzte haben die Möglichkeit in den Praxen die Arbeitsabläufe des Niedergelassenen kennen zu lernen
· Durch die Strukturierung des Angebotes erfolgt die volle Anrechenbarkeit für das DFP der Österreichischen Ärztekammer im Ausmaß von einem Punkt/Stunde Hospitation
· Erstmalig praxisnahe Fortbildung zum Nulltarif !
· Es kommt zur Verbesserung der regionalen Kooperation zwischen Krankenhaus und Niedergelassenen durch
· ein verbessertes gegenseitiges Problemverständnis bei allen diagnostischen und therapeutischen Abläufen
Erstmalig wurde dieses Konzept Anfang 2003 von uns publiziert.
Unzählige Vorgespräche und Verhandlungen waren notwendig, um die Bereitschaft der Krankenhausträger für eine ärztliche Fortbildung in Krankenanstalten, die sowohl theoretische als auch praktische Fortbildung bedeutet, zu ermöglichen.
Ende 2003 wurde dann das Konzept zur Hospitation im Vorstand der steirischen Ärztekammer beschlossen. Es erfolgte ab diesem Zeitpunkt bereits mit dem Pilotkrankenhaus, dem LKH Deutschlandsberg und dessen ärztlicher Direktion die Klärung von Detailfragen und die Feinabstimmung für das geplante Pilotprojekt.
Parallel dazu wurden versicherungsrechtliche Fragen geklärt, bis letztlich die zugehörige Rahmenvereinbarung auch im Vorstand der KAGes Zustimmung fand und im November 2004 unterzeichnet wurde.
Als weiterer Schritt war die Projektvereinbarung für das Pilotprojekt gemeinsam mit dem LKH Deutschlandsberg zu erstellen, die schon nach wenigen Wochen unterschriftsreif war, und somit den eigentlichen Startschuss zum Pilotprojekt gab.
Seit Anfang Mai 2005 ist Hospitation mit voller Anrechnung für das Fortbildungsdiplom im Bezirk Deutschlandsberg Realität !
Als ersten Hospitanten konnte Primarius Dr. Gottfried Filzwieser als
ärztlicher Direktor des LKH Deutschlandsberg den
Bezirksärztevertreter Dr.
Erhard Wipfler begrüßen. Kurz darauf
gab es bereits die erste Hospitation in der Niederlassung.
Somit findet Hospitation gemäß dem Konzept aus dem Fortbildungsreferat mit Aneignung von Fachwissen im Rahmen einer strukturierten Fortbildung, der Verbesserung und Reflexion der eigenen Arbeit und der Förderung des gegenseitigen Verständnisses und Respekts statt.
Die erste Rückmeldungen, die von den Kolleginnen und Kollegen, die bereits im LKH Deutschlandsberg hospitiert haben, verdeutlichen, dass mit der Hospitation offensichtlich der Fortbildungsnerv der Ärzteschaft getroffen wurde.
Direkter persönlicher Wissensaustausch, wie auch der Kontakt der Kollegenschaft untereinander sind die Kernessenzen dieses Erfolgskonzeptes des 1. Vizepräsidenten der Ärztekammer für Steiermark, Dr. Norbert Meindl.
Durch die Vermittlung von Wissen entsteht gleichzeitig aber auch ein wesentlich besserer Kontakt zwischen niedergelassenen Ärzten und Ärzten im Spital. Dieser Kontakt führt in weiterer Folge zu Vertiefung von Kooperationen und einer Optimierung der Patientenversorgung durch Abbau von Spannungen im Schnittbereich zwischen Niederlassung und Spital.
Damit wird Hospitation zum hervorragenden Nahtmaterial zwischen Niederlassung und Krankenhaus.
Für niedergelassene Ärzte ist es wesentlich persönliche Ansprechpartner für komplexe Probleme zu haben, Spitalsärzte erhalten dadurch die Möglichkeit sich aus der amorphen Masse " Krankenhaus " mit ihren Spezialinteressen herauszuheben und ihr spezialisiertes Know-how weiterzugeben.
Ich möchte die Möglichkeit nutzen, allen Beteiligten, die im LKH Deutschlandsberg dazu beitragen Hospitation umzusetzen, meinen herzlichen Dank aussprechen.
An vorderster Stelle dem ärztlichen Direktor des Hauses Primarius Dr. Gottfried Filzwieser, Primarius Univ. Doz. Dr. Ing. Gerhard Stark, der dieses Projekt von Anfang an großzügig unterstützt und den Vorständen der chirurgischen und gynäkologischen Abteilung Primarius Dr. Wilhelm Klösch und Primarius Dr. Peter Hofmann.
Herrn Dr. Erhard Wipfler, der als engagierter Bezirksärztevertreter die Koordination der Hospitation in der Niederlassung übernommen hat sei an dieser Stelle ebenso ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.
Mein besonderer Dank gilt auch den Oberärzten des LKH Deutschlandsberg, die die praktische Abwicklung der Hospitation auf breiter Basis unterstützen. Diese engagierte Gruppe von Ärzten ist der Garant dafür, dass das Pilotprojekt Hospitation erfolgreich weiterläuft.
Dieser Erfolg ist notwendig, um Hospitation allen Ärzten in der Steiermark in allen Krankenanstalten ermöglichen zu können und den Gedanken der Verbesserung des gemeinsamen Verständnisses über den Weg der Fortbildung nach Österreich hinauszutragen.