DER FREIE ARZT - Nr. 2/2005
MR. Dr. Jörg Garzarolli, Obmann der Aktion Freier Arzt
DER AKTUELLE KOMMENTAR
Bedingt durch das Ausscheiden der Zahnärzte aus der gemeinsamen Ärztekammer und Gründung einer eigenen Zahnärzte-Standesvertretung „ZÄK“ sind eine Reihe fundamentaler und zukunftsweisender Aufgaben zu lösen.
Zunächst steht wieder eine Kammerreform an: die gesetzlichen Organe Vollversammlung, Vorstand, Präsidium und Verwaltungsausschuss sind in ihrem Umfang, ihrer Zusammensetzung und in ihrem Aufgabenbereich neu zu definieren. Die Erfahrungen einer Funktionsperiode in der Kurienstruktur sind die Basis für zukünftige Überlegungen. Wesentlicher Bestandteil ist die Erhaltung basisdemokratischer Elemente im Interesse der wählenden Ärzteschaft.
Die AKTION tritt vehement dafür ein, dass neben dem Präsidenten auch ein Vizepräsident nach demokratischen Spielregeln gewählt wird. Die Kurienobleute sollen in Zukunft automatisch den Titel eines 2. und 3. Vizepräsidenten erhalten.
Auch die Kompetenzen der Kurien sind zu überdenken und klar zu definieren. Prinzipiell sollte es möglich sein, schlagkräftigere Strukturen aufzubauen: bei der heutigen Themenvielfalt eine unbedingte Notwendigkeit. Auch die derzeitige Struktur der Referate wird zu überdenken sein.
Der Wohlfahrtsfonds wird weiter gemeinsam mit den Zahnärzten gestaltet und geführt. Offen ist, in welcher Form die Zahnärzte in den betreffenden Gremien vertreten sein werden.
Ein möglicherweise heikles Thema wird die Frage des in vielen Jahren aufgebauten Kammervermögens sein, aus welchem insbesondere Sonderaktivitäten, wie z.B. notwendige Kammerumbauten ohne Belastung der Kammermitglieder bestritten werden und welches einen Sicherheitspolster für unvorhergesehene Ereignisse darstellt. Hier liegt es am Gesetzgeber, die Vorgaben für die Vorgangsweise klar zu definieren – diese werden auch zu exekutieren sein. An dieser Stelle seien heute schon die maßgeblichen Vertreter der Kurie ZMK ebenso wie die der Ärztekammer aufgerufen, eine besonnene und sachorientierte Verhaltensweise an den Tag zu legen.
Jede „Scheidung“ tut weh – die politische Dimension hat die AKTION mehrfach kommentiert (dazu gehört auch, dass die AKTION FREIER ARZT immer für den Verbleib der Zahnärzte in der gemeinsamen Kammer eingetreten ist).
Mit Augenmaß und hohem Verantwortungsgefühl wird sich die „Ärztekammer neu“ strukturieren und sich wie bisher für die Belange der Ärzteschaft mit aller Kraft einsetzen.
P.S.: Mit viel gemeinsamem Einsatz ist es gelungen, das steirische Ärztefest SommerNacht.Tanz ! über die Fraktionsgrenzen hinweg auch heuer wieder auf die Beine zu stellen. Es sind alle steirischen Ärztinnen und Ärzte, aber auch sonstige Ballfreunde herzlich am 17. September 2005 zu diesem Event eingeladen, um dem Erfolg des Vorjahres heuer einen noch größeren folgen zu lassen. Der Karten-Vorverkauf läuft – siehe Annonce !