DER FREIE ARZT - Nr. 1/2006
... verpflichtend ???
In der Steiermark, außerhalb der Stadt Graz, wird regional unterschiedlich und auf rein freiwilliger Basis von den Kollegen für Allgemeinmedizin ein Bereitschaftsdienst in der Nacht an Werktagen angeboten.
Die Kurie der Niedergelassenen unserer Ärztekammer hat kürzlich eine Umfrage durchgeführt, wie hoch die Belastung in diesen Bereitschaftsdiensten tatsächlich ist, um ein flächendeckendes Konzept mit bezahlter Bereitschaft ausarbeiten zu können. Diesbezüglich hat es auch schon Gespräche auf landespolitischer Ebene gegeben.
Nun ist die Besorgnis vieler Kollegen, in ein verpflichtendes Konzept eingebunden zu werden, entsprechend groß.
Verpflichtende Bereitschaft würde heißen, dass den Ärzten für Allgemeinmedizin eine zusätzliche enorme Mehrbelastung auferlegt wird, und somit viele dieser Kolleginnen und Kollegen an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sein werden.
Vorstellbar ist lediglich eine Variante auf FREIWILLIGER Basis, aber auch hier ist die Kurie der niedergelassenen Ärzte aufgefordert, entsprechende Rahmenvereinbarungen bezüglich der Honorierung zu erstellen. Das Junktim, bezahlte Bereitschaft, aber verpflichtend, ist auf das Schärfste abzulehnen !
Musste sich die Ärzteschaft schon in der Vergangenheit durch den Gesetzgeber Mehrarbeit / Belastungen aufzwingen lassen, so darf es nicht die eigene Standesvertretung sein, neue Verpflichtungen anzudenken.