Ministerium,
Hauptverband, Sozialversicherungen, Länder und Krankenhausträger haben Eines
gemeinsam : sie versprechen gerne und halten so gut wie nichts davon :
Auslagerung ärztlicher Leistungen in den niedergelassenen Bereich, Entlastung
der Spitalsärzte und Verbesserung derer Arbeitsbedingungen bzw. Gehälter,
Verbesserung der Ausbildungsqualität, Entbürokratisierung usw. – Worthülsen,
leere Versprechungen, politisches Geplänkel.
Tatsächlich werden
die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zunehmend finanziell belastet,
Kontrollmechanismen unterworfen, mit Bürokratismus zugeschüttet. Der freie
Ärztestand droht der staatlichen Obhut immer mehr einverleibt zu werden.
Die Liste der
Neuerungen ist lang: Einführung der e-card (zusätzliche unersetzte
Eigenfinanzierung für die Installation, für den Betrieb, für Software-Updates),
Erstattungskodex neu (Bewilligungsfaxe über kostenpflichtige Mehrwertnummer,
Zeitaufwand, aufwändige ex-post-Kontrolle mit drastischen
Sanktionsmöglichkeiten, beim kommenden ABS möglicherweise ohne ärztlicher
Bewilligungs-/Ablehnungssignatur), Medizinproduktegesetz, Hygieneverordnung,
Qualitätssicherung – allesamt mit Mehraufwand und Mehrkosten verbunden. Auf der
anderen Seite Fusionierung von Krankenkassen mit einem z.T. skandalösen
Honorarangebot, unterinflationärer Abschluss mit der GKK, Streitigmachen der
GKK des der Ärzteschaft zustehenden Geldes aus dem ArzneiDialog.
Dazu kommen dann noch
Frequenzrückgänge seit Einführung der e-card, Steigerungen in allen Bereichen
der Praxisführung. Der Niedergelassene gerät immer mehr unter finanziellen
Druck. Drohen vielleicht auch noch deutsche Verhältnisse, wo sich bereits immer
mehr ÄrztInnen überlegen, in die Niederlassung zu gehen und teilweise schon die
Konsequenzen gezogen haben ? In Österreich hat die Bevölkerung leider noch
nicht mitbekommen, dass ihr auch eine deutliche Verschlechterung in der
niedergelassenen ärztlichen Versorgung blühen könnte. Noch wirken die schönen
Worte der Verantwortlichen – wie lange noch ?
Das Maß ist voll, die
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte stehen womöglich wieder einmal vor einem
Wendepunkt. SO kann es jedenfalls nicht weiter gehen !
In der ganzen
Entwicklung der letzten Jahre ist die Rolle der niedergelassenen Kammerführung
zu hinterfragen: betriebsblind, zu schwach, zu konziliant, zu sehr mit dem
Aufbau diverser neuer Gesellschaften u.ä. beschäftigt ? Oder vielleicht den
tastsächlichen Anliegen der Ärzteschaft überhaupt schon entrückt ?
In der Steiermark
zeichnet sich möglicherweise eine Lösung in der Frage der Gehälter für die
Spitalsärzte ab. Nicht zuletzt der Initiative von Kollegen Florian als
Vertreter der AKTION im Verhandlungsteam könnte sich vielleicht eine lebbare
Lösung ergeben. Die Letztentscheidung wird in den Händen der betroffenen
Ärztinnen und Ärzten liegen müssen.
Eines steht
jedenfalls fest: erst die ZUSAMMENarbeit mehrerer Kammer-Fraktionen kann etwas
bewegen, EINE Gruppierung alleine – auch oder gerade wenn sie sich nur mit
einem Teil der Ärzteschaft verbunden und als deren alleinig kompetenter
Vertreter fühlt – ist zu schwach oder könnte sich möglicherweise politischem
Druck beugen.
Fraktionen - wie die
AKTION FREIER ARZT - , welche über Gruppeninteressen hinweg ein Bindeglied der
GESAMTEN Ärzteschaft darstellen, sind auch in Zukunft die besten Vertreter des
Ärztestandes.
Aktion Freier Arzt
: AFA für
Alle – Aktionen
für Aerzte – Aerzte für Aerzte
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