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DER FREIE ARZT - Nr. 2/2006


Dr. Eiko Meister

Turnusärzte: Mit Supervision zum Ausbildungserfolg?

 

Eigentlich ist es beschämend. Seit Jahren (letzte Novelle 1994) arbeitet die Ärztekammer an der Verbesserung der Ausbildung der Ärzte.

Seit Jahren liegen Vorschläge zur Begutachtung im zuständigen Ministerium, das in dieser Zeit mehrfach seinen Namen gewechselt hat und in dem Gesundheit und das zugehörige System scheinbar immer eine unangenehme Zusatzbeschäftigung war.

Nun flattert die Novelle der Ausbildungsordnung aus eben besagtem Ministerium, diesmal mit Frauenzusatz, herein.

Einige Vorschläge der Kammer werden aufgenommen, viele nicht.

Sicherlich sinnvoll ist die fixe Verankerung der Schmerztherapie im Fach Allgemeinmedizin. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass Innere Medizin und Kinder- und Jugendheilkunde in der Zukunft auch in einer Lehrpraxis absolviert werden können. Völlig außer Acht gelassen wurde dabei der Umstand, dass eben besagtes Ministerium keinerlei Anstalten zeigt die Lehrpraxis weiter zu fördern, sondern vor vorgehaltener Hand schon davon spricht die Förderung überhaupt aufzugeben. Ein Umstand auf den ich schon seit Jahren hinweise.

Gleichzeitig wird aber immer wieder von mehreren Gruppen in der ÖÄK der Facharzt für Allgemeinmedizin forciert, wohl wissend dass hier 18 verpflichtende Monate Lehrpraxis vorgesehen sind! Wenn jetzt auch noch die Führung im Lehrpraxisreferat der ÖÄK still und heimlich wechselt (Pathologe statt Psychiater) und die Lehrpraxisfinanzierung via Landesplattformen stattfinden soll, sind weitere gravierende Schwierigkeiten vorgezeichnet. FA f. AM – eine neuerliche Totgeburt??

Zurück zur Novelle. Gleichzeitig soll es aber möglich sein die "Flaschenhalsfächer" HNO, Kinder, Neurologie und Dermatologie an Abteilungen mit Konsiliarärzte absolvieren zu können – wie vor 15 Jahren.

Es wird damit möglicherweise das gleiche Problem auftauchen, wie damals: Turnusärztinnen und Turnusärzte an chirurgischen Abteilungen mit Konsiliararzt, die für diese Zeiten ein Dermazeugnis bekommen, ohne je einen dermatologischen Patienten gesehen zu haben. Auch hier Mut zur Lücke ? (Kommt uns ja bekannt vor…)

 

Sinnvolle Ergänzungen wurden dahingehend übernommen, als vom Ausbildungsverantwortlichen eine jährliche Zwischenevaluierung hinsichtlich des Ausbildungsstandes im Rasterzeugnis zur erfolgen hat. Vernünftigerweise wird das in dem dafür vorgesehenen Ausbildungsgespräch abgewickelt. Hingegen in keinster Weise berücksichtigt wurde das Ausbildungslogbuch, das vor allem für die verpflichtende Rotation von Bedeutung sein wird, um "Doppelausbildungen" oder Defizite von vorn herein zu vermeiden. Ein sinnvoller Schutz gegen die zunehmende Gastarztproblematik wird sich vielleicht ergeben, in dem Ausbildungen nur noch angerechnet werden, wenn sich die exakte Stellenbezeichnung im Dienstvertrag findet.

Dafür gibt es verpflichtende Supervison für Turnusärzte. Sicherlich zu begrüßen und hoffentlich nicht nur ein Ausfluss der Zusatzausbildung unserer Frau Minister, die sie während ihrer aufreibenden Tätigkeit auch noch in ihren Tagesplan unterbringt. Die Frage ist aber: Die Ausbildner brauchen das nicht?? Trotzdem wird es neue Fächer geben: Herzchirurgie, Thoraxchirurgie als Sonderfächer und Kinder- und Jugendpsychiatrie als neues Fach. Auch in den Additivfächern wird es einige Änderungen geben. Alle sollen zu einer weiteren Verbesserung der Versorgung dienen.

 

Offen bleiben weiterhin die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Angefangen von entsprechenden Personalressourcen über die wirklich vermittelbaren Inhalte, wie auch den sinnhaften Umfang der verpflichtend abzulegenden Prüfung, sind viele Einzelheiten nicht geregelt. Es wird große Anstrengungen aller an der Ärzteausbildung Beteiligten brauchen, um auf akzeptablem Niveau weiter junge Mediziner heranzubilden. Hoffentlich brechen nicht zu viele dabei zusammen – und mit ihnen das System.

Ob Supervision da noch hilft?

 

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