DER FREIE ARZT - Nr. 3/2006
MR. Dr. Jörg Garzarolli
Dr. Norbert Meindl
In den ersten Monaten dieses Jahres reagierte die GKK sehr zögerlich und nur nach wiederholten Aufforderungen durch die Ärztekammer/Kurie Niedergelassene auf die Honorarforderungen für das Jahr 2006. Sie zeigte sich auch recht unbeeindruckt vom groß aufgezogenen Aktionstag im Juni.
Offensichtlich nur unter politischem Druck der damals noch bevorstehenden Nationalratswahlen und des Damoklesschwertes einer im Raum stehenden Urbefragung zu einem vertragslosen Zustand kam es zu substanziellen Verhandlungen, die im bekannten Ergebnis endeten : honorarwirksame 4,57% (tatsächlicher Abschluss 2,82%, der Rest aus dem Titel ArzneiDialog). Dazu kommt eine Einmalzahlung für 2006 ( = 0,8% oder ca. EUR 1.500.- pro Kassenvertragsarzt), insgesamt somit 5,37% für das heurige Jahr. In Aussicht gestellt und noch nicht endverhandelt ist eine Umschichtung von den Radiologen zu den Allgemeinmedizinern und Fachärzten in der Höhe von etwa 1%, die mit dieser Fachgruppe noch geklärt werden muß und an Bedingungen ds. gebunden ist.
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Kassenabschluss |
Titel
ArzneiDialog |
Summe |
Inflationsrate |
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2002 |
1,70 % |
4,68 % |
6,38
% |
1,80 % |
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2003 |
1,30 % |
0,28 % |
1,58
% |
1,30 % |
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2004 |
2,10 % |
1,45 % |
3,55
% |
2,10 % |
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2005 |
0,73 % |
0,81 % |
1,54
% |
2,30 % |
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2006 |
2,82 % |
1,75 % |
4,57
% |
1,80 % (?) |
Anmerkung : in der Summe ArzneiDialog 2006 ist ein Beitrag als quasi Abschlag dafür enthalten, dass die bestehende Vereinbarung ausläuft
Das vorliegende Verhandlungsergebnis ist sicher kein „Jubelergebnis“ : die Abschlüsse der letzten Jahre waren unter oder gerade in Höhe der Inflationsrate. Letztere wurde bis auf das Jahr 2005 nur mit Hilfe des von der Ärzteschaft erarbeiteten Ergebnisses des ArzneiDialoges (= im wesentlichen Einsparungen durch vermehrtes Verschreiben von Generica) überschritten. Zudem ist das Ergebnis auch unter dem Aspekt zu betrachten, dass die Erstforderung der Kurieführung auf 17 % Erhöhung (auf Basis einer vorliegenden externen Studie betreffend die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Kassenvertragsärzte) betrug. Die Einmalzahlung für das heurige Jahr - für diese wird zudem noch die Einkommensteuer abzuziehen sein - wird für die meisten Ärztinnen und Ärzte nicht die zwanghaft zu tätigen gewesenen Investitionen abgelten.
Einzig unter dem Gesichtspunkt, dass das prozentuelle Ergebnis trotz allem bei dem gros der Vertragsärzte nicht Motivation zur Zustimmung für eine Vertragskündigung mit allen ihren Folgen gewesen wäre, wurde diesem von den Vertretern der AKTION zugestimmt.
Viele der den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten unter den Nägeln brennende Probleme sind weiter ungelöst, es gibt zudem auch höhere Werte als rein pecuniäre …