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DER FREIE ARZT - Nr. 4/2006


MR. Dr. Jörg Garzarolli, Obmann der Aktion Freier Arzt

DER AKTUELLE KOMMENTAR

Das Desaster um die Bildung einer neuen Bundesregierung blockiert auch jegliche Bewegung in der Reform des Österreichischen Gesundheitswesens. Dies wird wohl noch einige Zeit so weiter gehen und es ist sehr zu bezweifeln, dass ehemals versprochene (und nicht eingehaltene) Veränderungen - wie die Verlagerung von Leistungen in den extramuralen Bereich – vielleicht doch noch erfolgen werden bzw. dass man sich generell nach den Erfahrungen der letzten Jahre besonders Positives für die Ärzteschaft erwarten darf.

Die derzeitige politische Situation blockiert offensichtlich auch den Steirischen Verhandlungsabschluss mit der GKK, die Realisierung – wenn überhaupt in der ausverhandelten Form ? – lässt auf sich warten.

Und die Niedergelassenen werden weiterhin auf der Stelle treten, werden weiterhin unentgeltlich Kontroll-und Dokumentationsdienste für die Krankenkassen machen müssen (es gibt ja die bekannten Sanktionsandrohungen !), werden weiterhin im Bürokratismus ersticken, werden weiterhin keine Weiterentwicklung im System erleben, werden weiterhin zum Halten des Einkommens noch mehr arbeiten müssen, werden weiterhin von anderen Gesundheitsberufen zunehmend in ihrer Kompetenz unterlaufen usw. usw.

Die derzeit im Amt befindliche Kurienführung unter Koll. Pruckner und Millauer (Routil`s „Vereinigung“) konnte all diese Entwicklungen nicht verhindern.

So kommt auf die Standesvertretung als einzig legitimen Vertreter der Ärzteschaft in nächster Zukunft die Aufgabe zu, Verabsäumtes und Verbocktes zu reparieren bzw rückgängig zu machen, weitere Zwangsbeglückungen wie in den letzten Jahren passiert, zu verhindern und endlich wieder positive Perspektiven für die Ärzteschaft zu eröffnen.

Das können die bisherig Agierenden als Mitverantwortliche der Negativ-Entwicklungen nicht gewährleisten.

Auch für die Spitalsärzte sind viele Gegebenheiten nicht weiter zumutbar, insbesondere im Bereich der Ausbildung, der Arbeitsbedingungen und des überbordenden Bürokratismus. Hier hat die regierende Spitalsärzteliste IGA unter Präsident Bayer und Kurienobmann Lindner trotz ihres Vertretungsversprechens für die angestellten ÄrztInnen nichts erreicht.

Die korrekte Umsetzung der neuen Gehaltsvereinbarung wird penibel zu überwachen sein – die AKTION FREIER ARZT sieht diese Überwachung für sich als zentrales Thema an. Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns die Realisierung von Teilzeitmodellen, welche speziell für unsere Kolleginnen von zunehmendem Interesse sind.

 

Man kann es drehen und wenden wie man will, man kann Beschönigungsversuche und Begründungen stereotyp wiederholen, man kann auf Nebenthemen ablenken so viel man will - was bleibt, sind Tatsachen : noch nie wurde die Ärzteschaft so brutal an die Wand gespielt wie in den letzten Jahren, noch nie wurde sie so zu zusätzlichem Bürokratismus zwangsverpflichtet, noch nie wurde sie so unter Kuratel gestellt !

 

Der berechtigte Frust ist groß.

 

Sich für eine gesicherte und adäquate Einkommensbasis einzusetzen, ist eine unbestrittene zentrale Aufgabe einer Standesvertretung und muß es auch weiterhin sein. Worauf jedoch aus Sicht der AKTION FREIER ARZT wesentlich mehr als bisher Augenmerk gelegt werden muß, ist die Schaffung von Arbeitsbedingungen - egal, in welchem beruflichen Betätigungsbereich -, die einer VERBESSERUNG DER LEBENSQUALITÄT dienen.

Wie wir uns die Realisierung dieses Zieles vorstellen, wofür wir uns einsetzen wollen und mit Ihrer Mithilfe ( = Stimme bei der nächstjährigen Kammerwahl ) auch umsetzen werden, werden wir Ihnen in unseren nächsten Veröffentlichungen darstellen.

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