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DER FREIE ARZT - Nr. 4/2006


Dr. Peter Schmidt

Liebe Kolleginnen und Kollegen !

 

Seit 1.August dieses Jahres bin ich niedergelassener Radiologe am LKH Stolzalpe. Diese neue Aufgabe, nämlich als FREIER ARZT, ein Krankenhaus eigenverantwortlich zu betreuen -  ohne erweiterten Kündigungsschutz  und ohne Lohnfortzahlung im Urlaub und Krankenstand - ließ mich die Herausforderungen, die täglich von der niedergelassenen Kollegenschaft zu bewältigen sind, nun auch persönlich bewusst werden.

Als politisch interessierter Standesvertreter und Betriebsrat war ich immer schon daran interessiert, Probleme der Kolleginnen und Kollegen lösen zu helfen und unserem Stand politisches Gewicht und Gehör zu verschaffen. Nahezu 13 Jahre lang betraf das die angestellten Ärztinnen und Ärzte, also mein bisheriges Umfeld. Diese Tätigkeit bedeutete eine Stärkung des Einflusses der Spitalsärzte in den Entscheidungsstrukturen der steirischen und österreichischen Ärztekammer, unter anderem durch Mitbegründung einer eigenen Spitalsärztefraktion.

Es war für mich daher nur konsequent, jetzt als nunmehr niedergelassener Radiologe mit eigenen MRT-Institut meine Tätigkeit und Mitgliedschaft in der steirischen Spitalsfraktion zu beenden.

Durch eine jahrelange persönliche Freundschaft zu Jörg Gazarolli, Norbert Meindl und Wolfgang Florian, die dann auch in einer gemeinsamen Kammerführung als Koalition mündete, war es für mich ein Leichtes und eine Freude, der AKTION FREIER ARZT beizutreten und vor allem ( aber nicht ausschließlich) den niedergelassnen Bereich zu verstärken.

Fairerweise muss aber erwähnt sein, daß auch Präsident Bayer durch viel Motivation mich damals den oben genannten Kollegen und der AFA noch näher brachte, ungefähr mit den Worten „ Florian, Meister, Meindl und Gazarolli haben echte Handschlagqualität und stehen zu Vereinbarungen - ganz im Gegensatz zur Vereinigung“.

Nachträglich betrachtet muss ich ihm mit meinen selbst gewonnen Eindrücken und Erfahrungen Recht geben.

 

Nun zur ZUKUNFT :

 

Ich erlaube mir zu behaupten, ein intimer Kenner der Steirischen Spitalspolitik zu sein und genau dieses Wissen wird für die auf uns zukommenden Herausforderungen im steirischen und österreichischen Gesundheitswesen neben dem stationären vor allem aber auch für den extramuralen Bereich von entscheidender Bedeutung sein.

 

Druck- und Angelpunkt und Credo MUSS es sein, den Arzt, die Ärztin, als freien Unternehmer nicht nur zu erhalten, sondern massiv zu stärken.

Die AKTION FREIER ARZT hat das ja schon immer  als eine ihrer Hauptaufgaben gesehen.

Als Ärzteschaft laufen wir Gefahr, durch eine Vielzahl von bürokratischen Regelwerken zu „Wertschöpfungseinheiten“ degradiert zu werden. Der einzelne Arzt tut sich sehr schwer, sich gegen milliardenschwere Konzerne ( KAGes, GKK) und gegen staatliche Verwaltungsapparate ( Regierungen, Gesundheitsplattformen etc) durchzusetzen oder zu behaupten.

In Zukunft wird die Standesvertretung massiver gefordert werden als in der Vergangenheit.

 

Die AKTION FREIER ARZT wird sich genau diesen Problemen wie bisher annehmen, und ich freue mich, daran mitwirken zu können.

 

Euer Peter Schmidt

 

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