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DER FREIE ARZT - Nr. 4/2006


Dr. Norbert Meindl MR. Dr. Jörg Garzarolli

GENUG DER BELASTUNGSWELLE !

 

Auch so kann die Bilanz der Funktionsperiode der Kurienführung Niedergelassene auf Landes- und Bundesebene, J. Pruckner (Routil’s „Vereinigung“)aussehen :

·       Einführung Erstattungskodex mit „Boxensystem“

·       aufwendige und kostenverursachende Bewilligungsvorgänge

·       steigender unbelohnter Zeitaufwand für Aufklärungsgespräche mit Patienten

·       zeitaufwendige Dokumentationsverpflichtungen

·       zunehmende „Absicherungsmedizin“

·       Sanktionsmöglichkeiten für Freiberufler (!) bis hin zur Vertragskündigungs-Drohung

·       Einführung der e-card mit zwangsweisem und oft nicht unerheblichem selbstfinanziertem Aufwand für die Niedergelassenen

·       Begünstigung des doctor-hoppings durch fehlende Regulations-Mechanismen

·       Missglückte und lückenhafte Reform der Vorsorgeuntersuchung

·       Fusion zur VAEB mit Honorarverlusten um durchschnittlich 8 % (regional verschieden)

·       Weiterbestehen von Limitierungen in Kassenverträgen

·       Gefahr für die Weiterführung vieler Hausapotheken

·       kaum wahrnehmbarer Widerstand gegen einseitige Apotheken-Aktionen, wie dem Kontrollsystem „Arzneimittel-Sicherheitsgurt“

·       unveränderte Honorare für Führerschein-Untersuchungen seit deren Bestehen

·       immer mehr Niedergelassene sind neben ihrer Praxis zur Existenzsicherung auf Zusatzeinkommen angewiesen

 

Zusätzliche Belastungen zeitlicher und/oder finanzieller Art brachten bzw. werden bringen:

Elektrogeräte-Betreiberverordnung

Heimaufenthaltsgesetz

Qualitätssicherung

Hygieneverordnung

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In Diskussion stehen Diagnose-bzw. Behandlungsleitlinien für bestimmte Krankheitsbilder (verpflichtend ? wieder Sanktionen ? rechtliche Folgen ? – jedenfalls massive Bedrohung der ärztlichen Behandlungsfreiheit sowie des freien Arzttum(n)s überhaupt), die Leistungscodierung im niedergelassenen Bereich (weiterer Bürokratismus), Kassenverträge für Spitalsambulanzen (Bedrohung insbesondere für die Fachärzteschaft, unzumutbare Mehrbelastung der in Ambulatorien tätigen Spitalsärzte), weitere e-card-Anwendungen (cui bono ?), Leistungs(Honorar)harmonisierung zwischen den sog. kleinen Kassen (sicher nicht zum besseren Tarif), Einschränkungen im Bereich Labor und Physikotherapie (Einkommensverluste).

Auch wenn die Politik und die Krankenkassen teilweise sehr aggressiv vorgehen, in allen Fällen sind die Vertreter der Ärzteschaft in die Vorgänge eingebunden oder zumindest darüber informiert. Gelegentliche standespolitisch nötige Kompromissbereitschaft hat dann seine Grenzen erreicht, wenn sie zu einem Kuschelkurs mutiert und einseitig und unbelohnt auf dem Rücken der Ärztinnen und Ärzte ausgetragen wird.

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