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DER FREIE ARZT - Nr. 4/2008


Dr. Peter Schmidt

„Die Schnittstelle“

Am Beispiel eines gelungenen Projektes - zwischen Schlagworten und realer Umsetzung

Liebe Kolleginnen  und Kollegen !

Das MRT Institut Stolzalpe wird vieler Orts als DAS Erfolgsprojekt eines gelungenen Schnittstellenmanagement bezeichnet. Ebenso wird vom einen erfolgreichen Private-Public-Partnership-Modell gesprochen.

Ich möchte die ganze Diskussion auf die Sach- und realpolitische Ebene herunterholen, um unrealistischen Erwartungshaltungen für Nachfolgeprojekte zu verhindern. Dazu einige wichtige Grundsätze.

Entscheidend - quasi als einzige wirkliche Voraussetzung - ist der vor Ort gegebene Bedarf der Bevölkerung.

Ein solches Projekt in Regionen mit ausreichender intra- und extramuraler Versorgungslage für die Bevölkerung zu versuchen ist sinnlos, weil nicht notwendig. Ansinnen einzelner großen Spieler im Gesundheitswesen solche Versorgungsformen aufzubauen sind durchaus auch dadurch geprägt die jeweils eigenen Kosten in den anderen Finanzierungsbereich „abzuschieben“.

Somit ist die zweite entscheidende Voraussetzung der Wille aller im Gesundheitswesen beteiligten so eine Versorgungsstruktur aufbauen und vor allem gemeinsam finanzieren zu wollen. Der entscheidende Initiator, Manager und Koordinator ist die Gesundheitsplattform.

Konkret in Fall MRT Stolzalpe laufen alle Verträge (Institut, GKK, KAGes jeweils mit der Gesundheitsplattform) dort zusammen. Die Ärztekammer, GKK, KAGes, Land Steiermark, sowie die übrigen Mitglieder waren über die Plattformsitzungen über das Projekt informiert und haben diesem einstimmig zugestimmt.

Dieses Projekt hat einen sehr starken lokalen Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten. Gerade in einem Randbezirk wie Murau und auch im Lungau ist eine eigenständige extramurale MRT-Versorgung nicht sinnvoll, weil mit einer zu geringen Auslastung zu rechnen wäre. Somit war mit dem Neubau der MRT-Anlage im LKH Stolzalpe schon die Idee in die Wiege gelegt diese Maschine intra- und extramural zu nutzen. Nach anfänglichen Versuchen auf Wahlarztbasis zu versorgen wurde durch den Druck und das Unverständnis der lokalen Bevölkerung (warum nach Graz fahren für eine Untersuchung, wenn vor Ort die Möglichkeit besteht) der entscheidende Anschub geleistet das erste echte Schnittstellenprojekt zu initiieren.

Alle bisherigen Projekte bedienten eher das eigene Klientel (entweder KAGes oder GKK). Somit war die Motivation von allen Seiten groß die juridischen und finanztechnischen Strukturen zu entwickeln, damit ein solches Unterfangen auf festem legistischen Boden steht. Dieses Ergebnis ist der für alle eventuellen Nachfolgeprojekte der größte Vorteil.

Persönliche Erfahrung habe ich mit den handelnden Institutionen (KAGes, GKK, Land Steiermark, Plattform) nur positive gehabt, wenn auch der Aktenlauf etwas langwierig ist (allein bedingt durch die hohe Anzahl an formellen Zustimmungen im jeweiligen Vorstandsgremium).

Dieses doch politische Umfeld muss einem bewusst sein und wer eigenbrötlerisch und nichtkommunikativ veranlagt ist wird sich sehr schwer tun. Wer jedoch mit positiver Energie (davon braucht man viel) an so eine Umsetzung heran geht und die oben genannten Voraussetzungen liefern kann wird erstaunlich viel Wohlwollen und Unterstützung 

Peter Schmidt

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