DER FREIE ARZT - Nr. 3/2009
Dr. Peter Topolovec
Dr. Norbert Meindl
Die seit über einem Jahr auf Bundesebene dauernden Verhandlungen mit der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft sind ein Spiegelbild dessen, wie mit der Ärzteschaft nicht umgegangen werden kann.
Nach Erringen eines mühsam verhandelten Kompromissergebnisses mit nicht unwesentlichen Zugeständnissen in einigen Breichen wurde dieses vom Vorstand der SVA in letzter vollinhaltlich Minute abgelehnt – offensichtlich getrieben von der wahren Macht in diesem Land, der Wirtschaft.
Die Bundeskurie hat daher einstimmig den Vertrag mit der SVA per 31.12.2009 gekündigt.
Ein daraufhin erfolgtes Allerletztangebot der Versicherung mit Fixierung eines bis 2015 geltenden Deckels auf Basis der derzeitigen Honorarsumme wurde von der Bundeskurie zurückgewiesen.
Die jahrelang bereits schwelende Dissonanz hat damit ihren Höhepunkt erreicht. Sollte die SVA kein Abrücken von dieser unzumutbaren Haltung zeigen, wird es tatsächlich zu einem vertragslosen Zustand kommen.
In den letzten Jahren hat die Ärzteschaft bereits weitreichende Zugeständnisse gemacht, jetzt ist kein weiterer Spielraum vorhanden. Eine qualitätsvolle ärztliche Versorgung unter absolutem Limit einer Gesamtsumme ist undenkbar, die Übernahme des Versicherungsrisikos durch die Ärzteschaft wird entschieden zurückgewiesen.
Das wird auch die SVA (Wirtschaft) akzeptieren müssen.