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DER FREIE ARZT - Nr. 4/2009


MR. Dr. Jörg Garzarolli, Obmann der Aktion Freier Arzt

DER AKTUELLE KOMMENTAR

Weihnachten ist normalerweise die Zeit, in der man sich bemüht, anderen eine Freude zu bereiten. Daß es aber auch anders laufen kann, zeigt die Entwicklung rund um die aktuelle ASVG- und Ärztegesetznovelle.

Trotz unzähliger Verhandlungen, Arbeitsgruppensitzungen und persönlicher Bemühungen drückt die Politik im gewohnten Stil den Bürgern – in diesem Falle der Ärzteschaft – Regelungen aufs Auge, die in dieser Form zumindest teilweise nicht verhandelt wurden. Dann packt man noch einseitig ein paar Punkte dazu hinein und vertröstet für den Rest auf zukünftige Bemühungen – fertig ist das Kassensanierungspaket a la Politik.

Einige Beispiele :

Die Schaffung von Ärzte-GmbH`s wird auf die nächste Ärztegesetznovelle verschoben. Dabei ist gerade dies einer der wichtigsten Punkte aus unserer Sicht: das Einzelkämpfertum als Niedergelassener ist zum Aussterben verurteilt. Ein verbessertes zeitliches Angebot als Chance des Weiterbestehens von niedergelassenen Vertragsärzten ist abhängig von solchen Kooperationsmodellen. Dem gegenüber bestehen intensive Bestrebungen, ärztliches Angebot vermehrt in Krankenhauseinrichtungen zu verlagern. Eine massive Bedrohung für die fachärztliche wohnortnahe, patientenfreundliche und kostengünstigere Versorgung.

Eine Frage drängt sich dabei auf: sind Kassenverträge überhaupt noch anstrebenswert? Ein Praxen-Netzwerk unter Bedingungen des freien Marktes könnte die Versorgung genauso effektiv, hochkarätig und patientenfreundlich, wenn nicht sogar besser, sicherstellen. Ärzte gründen Versorgungseinheiten nach ihren Vorstellungen und bieten ihre Leistungen frei von Druck, Kontrollmechanismen, Dokumentationswahnsinn und Ökonomiezwängen an. Eine Vision ? Wer weiß...

Aber es gibt auch gute Nachrichten: in der Gesundheitsplattform konnte auch mit den Stimmen der Ärztekammer abgewehrt werden, daß erstmalig ein Kassenvertrag für eine krankenhaus-ambulante Einrichtung (geplantes MR in Leoben) zustande kommt. Dies wäre ein Präzedenzfall mit nachhaltigen Folgen: ein Kassenvertrag für ein Krankenhaus, obwohl das ASVG dem niedergelassenen Bereich absoluten Vorrang einräumt.

Eine weitere erfreuliche Nachricht ist, daß die GKK nun zugestimmt hat, daß pensionierte ÄrztInnen unter zu definierenden Bedingungen für sich und die im gleichen Haushalt lebenden Angehörigen Rezepte ausstellen dürfen. Damit konnte ein lange gehegter Wunsch unserer Senioren gelöst werden.

Wir starten in ein neues kammerpolitisch intensives Jahr.

Die Mandatare der AKTION FREIER ARZT werden auch weiterhin alle Kräfte einsetzen für die Steirische Ärzteschaft das Bestmögliche zu erreichen.

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