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DER FREIE ARZT - Nr. 3/2010


MR. Dr. Jörg Garzarolli Dr. Norbert Meindl

ÖKONOMIE - wie die GKK damit umgeht

Schon immer war es eine kassenvertragliche Verpflichtung, die Ressourcen beim ärztlichen Tun bewußt und zielgerichtet einzusetzen.

In den letzten Jahren wird „Ökonomie“ jedoch zunehmend als Vehikel für immer mehr Kontrollen und Druck zum Sparen vorgeschoben. Einerseits kommen dadurch immer mehr die Freiheit und Verantwortung ärztlichen Handelns unter die Räder, andererseits verstärkt sich der Eindruck, daß aus Sicht der Kassen nur ein „billiger“ Arzt ein „guter“ Arzt sei.

Informationen zur Bewußtmachung können stattfinden, soferne diese in partnerschaftlicher Art transportiert werden. Strikt abzulehnen ist es jedoch, wenn mit Hilfe durchaus umstrittener Berechnungen heraus Druck auf einen Arzt/eine Ärztin ausgeübt wird. Und gerade das geschieht zunehmend und hat einen Grad erreicht, welcher absolut nicht mehr akzeptabel ist. Zudem nimmt der Stil z.B. bei den sg. „amikalen Aussprachen“ immer öfter ausgesprochen anklagenden Charakter an.

Manchmal kommt es vor, daß exzessive Ausreißer tatsächlich erklärungsbedürftig sind (und auch meist eine Erklärung finden). Dies soll auch geschehen zum Schutz der gesamten übrigen Ärzteschaft. Absolut abzulehnen ist es jedoch, daß von der Kasse vorgebrachte einseitige Anders- oder Neu-Interpretationen aus dem Vertrag auf dem Rücken des einzelnen Arztes ausgetragen werden - diese sind ausschließlich zwischen Kammer und Kasse auf Vertragebene zu klären !

Die GKK beschwört immer dann, wenn es ihr genehm ist, die partnerschaftliche Beziehung zwischen ihr und ihren Vertragsärzten/ärztinnen. Der derzeitige Stil der Kommunikation sieht aber anders aus.

Wir Niedergelassenen erfüllen unseren Versorgungsauftrag gegenüber unseren Patienten nach bestem Wissen und Gewissen. Daß die Kassen Finanzierungsprobleme haben, wissen wir und haben bereits einen ganz erheblichen Anteil zur Verbesserung der Situation beigetragen. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht – es ist höchste Zeit, daß der Druck auf die Vertragsärzte aufgehoben wird. Dazu gehört auch, daß „Ökonomie“ aus Sicht der Kassen wieder auf ein Maß reduziert wird, welches nicht gleichbedeutend ist mit ausufernden Kontrollen und Androhung von Sanktionen.

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