DER FREIE ARZT - Nr. 3/2010
Spitäler: Kommt die Krise jetzt im Krankenhaus an?
Scheinbar wird es doch ernst. Der krisensichere Bereich Gesundheitswesen kommt unter Druck.
Derzeit noch in den Führungsetagen, weil die verschiedenen Konstrukte die Betriebe am Laufen zu halten – inklusive neuer eigener Immobilengesellschaften – doch nur Budgettricks waren? Eine Immobilienblase auf steirisch?
Die Eigentümer – reden wir z.B. einmal von der KAGes – die verantwortlichen Landesrätinnen und -räte geben dazu Standortgarantien ab. In Wahlzeiten ein gelungener Schachzug. Hat man doch damit Gemeinden zuletzt umfärben können. Und es gibt ja auch noch eine indirekte Wertschöpfung in der Umgebung einer hochmodernen Krankenanstalt – egal in welchem Tal, oder Berg sie steht. Der Bäcker, Tischler, Spengler, Maurer und auch nicht unerheblich die Müllabfuhr – um einige zu nennen - leben davon. Zum Teil gut und gesichert. Soll auch so sein. Aber im Gesundheitsbudget haben diese versteckten Zahlen nichts verloren.
Man wird also sparen müssen ist der Grundtenor. Die Ambulanzen sind zu reduzieren (was bei 80% Selbstzuweisung in den Notfallambulanzen doch schwer zu realisieren ist), die Auslastung ist zu optimieren und die Mittel sparsam einzusetzen. Zumindest in der Peripherie. An der Klinik ist Geld kaum ein Thema. NOCH.
Die privaten Krankenanstalten hingegen hängen im Wesentlichen auf Gedeih und teils fast schon Verderb ohne Einflussnahme an den Verhandlungsergebnissen der großen KAGes. Interessanterweise haben aber ausgerechnet die privaten Krankenanstalten Strukturen entwickelt, die zumindest bei der Beschaffung Sparpotentiale ermöglichen. Zentrale Einkäufe für Medikamente, Materialen oder Verbrauchsgüter sind schon lange realisiert. Auslastungsoptimierung durch vielleicht etwas bessere Bettenplanung und Ablaufoptimierung sind Standard.
Die wichtigsten Zuzahler ins Spitalssystem – die Private Krankenversicherung (PKV) sieht auch steigende Kosten. Ihre Versicherten leben länger und sind dabei komischerweise auch krank. Um „alles“ (in Wahrheit sind es ausgewählte Leistungen) finanzieren zu können wird über den Kamm geschoren. Pauschalierung ist das „Verhandlungs-Unwort“ 2010. Ich keine Versicherung, die eine Pauschal-Krankenversicherung anbietet und alles abdeckt.
Die Sache hat aber einen Haken. Zahlt die PKV nicht, oder weniger, dann fehlt Geld für den allgemeinen Bereich. Der wäre dann wieder unter erhöhtem Einsatz öffentlich zu finanzieren, was aber nicht geht. Ein Teufelskreis.
Der Landesregierung 2010 fallen dazu (Gesundheitsbereich) ganze eineinviertel Seiten im 18 Seiten starken Arbeitsübereinkommen ein.
So wichtig ist die Sache.
Die Spitalsärzteschaft wird sich auf Veränderungen vorbereiten müssen. Unsere Aufgabe ist diese Veränderungen ausgewogen stattfinden zu lassen.