Home

DER FREIE ARZT - Nr. 3/2010


Alle Macht der Pflege?

Es gibt Strukturen im Gesundheitswesen, die gewachsen sind. Kollegiale Führungen sollten alle beteiligten Verantwortlichen aus Wirtschaft, Pflege und Ärzten in den Krankenhäusern gleiche Wertigkeiten geben. Das Konstrukt hat sich vereinzelt bewährt, überwiegend selbst gelähmt und zeigt in letzter Zeit in einigen Häusern eine Wachstumsbeschleunigung in der Potenz der Pflege, die als potentiell maligne einzustufen ist.

Alle Mitarbeiterinnen und – arbeiter eines Spitals haben notwendige Aufgaben zu verrichten.

Ohne die Unterstützung der Pflege ist eine ärztliche Arbeit nicht möglich, die Wirtschaftabteilung hat ihre definierte Aufgaben und auch die Verwaltung.

Ob die Kopfzahl immer die Masse der Aufgaben widerspiegelt ist nicht Ansatz dieser Betrachtung. Komplex wird die Situation dann, wenn sich eine Kombination aus Machtgier und Selbstüberschätzung findet. Da kann es dann passieren, dass nicht miteinander, sonder gegeneinander gearbeitet wird, leitende Ärzte keine Verlängerungen bekommen, Fachärzte fluchtartig das Haus verlassen und engagierte junge Menschen den Kopf hängen lassen und auch das Weite suchen, weil Denunziation und Bossing zum Führungsstil einer Anstaltsleitung erhoben werden. Diese Form der Führung übersieht aber dabei, dass der Kollateralschaden, der dabei entsteht weit über den eigenen Bereich hinaus desaströs wirken kann. Eine Institution, zu der kein Vertrauen hergestellt werden kann, weil das Klima von der Führung intern bewusst oder unbewußt vergiftet wird, stellt sich damit auf längere Sicht selbst in Frage.

Zu lösen ist das Problem einfach. Die Führung hat sich zu ändern, nicht die „Geführten“.

Beham, (Hans) Sebald (1500-1550): Hercules erschlägt die Hydra, 1545 (B.102, P.100 iv/iv) aus “Die Arbeiten des Hercules” (1542-1548). Wikipedia.de

zurück zum Inhaltsverzeichnis