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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2011


Dr. Eiko Meister

Alles neu am Klinikum Graz?

 

Es halt lange gedauert, bis man sich letztlich im Dezember letzten Jahres einig war.

KAGes und Medizinische Universität Graz wollen am Klinikum zusammen arbeiten.

 

Klinikum – KAGes – MUG – Rahmenvereinbarung sorgt für Unruhe

 

Dafür wurde ein Rahmenvertrag erstellt, dessen Details für reichlich Unruhe sorgen.

In die Verhandlungen diesbezüglich eingebunden waren die Betriebsräte, die Ärztekammer hingegen wurde über das Ergebnis zunächst teilweise und erst nach Urgenz informiert.

 

Die neue Partnerschaft kostet in Zeiten eines Landessparpaketes die KAGes in Summe über 60 Millionen Euro, was doch eine ordentliche „Morgengabe“ für die Braut MUG darstellt.

 

Gleichzeitig erhofft man sich durch die Synergien im Arbeitsübereinkommen auch Einsparungen bis 2015 von weiteren 50 Millionen Euro.

 

34 Arbeitsgruppen sollen Sparpotentiale heben

 

Hierfür gibt man sich in der gemeinsam in der von Anstaltsleitung (Brunner, Falzberger, Tax) und MUG (Smolle und Szmej) besetzten neuen Klinikleitung immerhin 34 unterschiedliche Arbeitsgruppen, die vom Personal bis zur Geschäftfelderweiterung kein Thema auslassen. Auch der ärztliche Direktor des Klinikums erfindet sich in einer eigenen Arbeitsgruppe neu.

Soweit so gut.

 

Journaldienste in Diskussion

Nur das Thema Journaldienste mit dem Szenario möglicher Reduktionen geht direkt ins Fleisch. Geplant sind Einsparungen von 1,6 Millionen bis 2015. Offiziell heißt das dann: „Evaluierung, Plausibilisierung und Optimierung von Journaldiensten“. Hier vergleicht man mit Genuss Graz mit Innsbruck und kommt wiederholt zur Erkenntnis, dass in Graz zu viele Dienste bestünden. Warum die Suizidalität an manchen Kliniken in Innsbruck aber dramatisch ist und welche Zustände dort herrschen wird aber sicherheitshalber verschwiegen.

Tatsache ist, dass das Klinikum Graz die höchstwertigste stationäre Einrichtung des Landes ist.

Tatsache ist daher auch, dass aus dem KALG heraus entsprechend Ressourcen vorzuhalten sind. Das gilt auch für die Journaldienste.

In den genannten 34 Arbeitspaketen finden sich einige Ansätze, die durchaus hohes Potential haben um einnahmenseitige Optimierungen vorzunehmen, anstatt dort zu sparen, wo es am wenigsten sinnvoll ist. In der Patientenbetreuung.

 

Doppel-Sparpaket für Klinikum

 

Nicht zu vergessen ist in der Diskussion, dass sich über die geplante Optimierung des Klinikums auch noch der neue RSG und damit eine Reduktion des LKF-Punktes summenmässig darüberlegt. Die daraus resultierenden Mindereinnahmen werden von Autoren des RSG bis auf 70 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.

Da wird man dann doch noch mehrere Bereiche durchleuchten müssen, als die Cafeteria und die Parktarife. Hierfür böten sich auch die Heimtransporte mit Blaulichtorganisationen an.

In jedem Fall darf man auf die Ergebnisse gespannt sein.

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