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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2011


Dr. Eiko Meister, Dr. Norbert Meindl

Regionaler Strukturplan Gesundheit 2011: Abgesang oder Chance für Fachärzte?

Seit dem 15.3.2011 ist der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) für das Land Steiermark verfügbar und auch in Diskussion.

Aus dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) übernommen wurde die Institution der Ambulanten Erstersorgungseinheit (AEE).

Diese sind laut Definition (gekürzt):

„Interdisziplinäre 24-Stunden- Einheiten zur Erstbegutachtung und Erstbehandlung mit ausschließlich ambulanter Betreuung, allfälligen Beobachtungsbetten und am Standort eines Krankenhauses oder zumindest rechtlicher Integration zu einem Träger.“

AVZ-Idee aus 2008 wiederbelebt

Also nichts anderes als die AVZ des Jahres 2008. Dagegen sind wir bekanntlich ja in Wien über die Ringstrasse marschiert.

Die Hoffnung, die diesen AEE inne wohnt ist eine kostengünstige Versorgung der Bevölkerung. Dieses Ansinnen ist grundsätzlich zu befürworten.

Das Problem dabei ist, dass sich an den derzeitigen Strukturen nichts ändert. Die jetzt schon bestehenden Ambulanzen der LKH´s werden dann halt zusammengefasst, umgetauft und blieben gleich kostenintensiv wie jetzt oder werden noch teurer., v.a. wenn sie ausgelagert werden wie z.T. angedacht.

Denn an der Besetzung kann sich kaum was ändern. Im Worst Case schrumpft man die Mann/Frauschaft auf einen Stationsarzt (ein Allgemeinmediziner) und eine Schwester zusammen und riskiert v.a. in (Ballungszentren) Bezirkshauptstädten eine verkürzte Patientenbetreuung ( Organisationsversagen.). Denn die fachärztliche Versorgung ist erst ab den ZAE (Zentrale Aufnahme und Erstversorgungseinheit) vorgesehen.

Multikolore Gruppenpraxis/Gmbh als Chance für niedergelassene (Fach)Ärzte Pilotprojekt- ambulanzersetzend

Und das ist die Chance für Fachärzte und Allgemeinärzte. In Gemeinschaftsordinationen, die das fachärztliche Versorgungsdefizit der AEE´s (bei Umsetzung der Vorschläge) auffangen, kann die fachärztliche als auch die allgemeinärztliche Versorgung der Bevölkerung zeit- und wohnortnahe geschehen. Auch sind durchaus Kooperationen mit den Ambulanzen vorstellbar oder diese könnten in vorerst einem Pilotprojekt ersetzt werden - weil auch kostengünstiger.

Die Grundlage hierfür ist aber auch, dass sich die Kassen aus ihrer Erstarrung lösen und diese neuen Kooperationen ermöglichen. Anderenfalls wird ein über Abgangsdeckungen querfinanziertes System, das ja laut Landesregierungsbeschluß nicht leistbar ist einfach ad infinitum weiter perpetuiert und die in den Ambulanzen tätigen Ärzte zu Medizin-Hamstern in Laufrädern degradiert.

Eine inakzeptable Vision, die wirtschaftlich nicht vertretbar und für Patienten und mit zu geringer Qualität ausgestattet ist.

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