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DER FREIE ARZT - Nr. 1/2011


Dr. Eiko Meister, Dr. Wolfgang Planinz

Yes we care!

„Wir sind angetreten, innerhalb einer Reformpartnerschaft neue Wege zu gehen, die wir längst als richtig und notwendig erachtet haben. Der Mut zur Umsetzung hat bisher gefehlt.“

Mit diesen Worten beginnt der Text der Pressemappe zur Spitals- uns Strukturreform von Landesrätin Mag. Edlinger-Ploder, die am 17.3.2011 offiziell vorgestellt wurde.

Die Grundlage all dieser Überlegungen sind die Änderungen zum regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) des Landes Steiermark, der mit der einen oder anderen Bombe aufhorchen lässt.

RSG 2011: Schließung ganzer Häuser geplant

Es soll zu Schließungen von ganzen Häusern (Standort Hörgas Enzenbach) kommen, obwohl hier gerade die Pulmologie neu adaptiert wurde und eine österreichweit vorbildhafte TB-Station umgesetzt wurde (mit Steuergeld versteht sich).

Chirurgien in der Südweststeiermark sollen umstrukturiert und die Unfallchirurgie an wenigen definierten Standorten konzentriert werden. Es sind auch in diesem Bereich einfach Kooperationen über mehrere Träger hinweg vorgesehen. Ob diese in die Meinungsbildung ähnlich tief involviert wurden, wie die Ärztekammer (nämlich gar nicht), ist nicht bekannt.

Dafür darf sich die Bevölkerung in Weiz auf eine dramatische Angebotserweiterung des LKH´s freuen.

In der nordöstlichen Obersteiermark sollen dem Plan nach wieder „Rückbauten“ stattfinden. Mariazell wird überhaupt nur noch eine AEE (ambulante Erstversorgungseinheit), die „wiederbelebte“ Chirurgie in Mürzzuschlag soll eine Wochenklinik werden.

Und der Stolzalpe soll die Innere Medizin abhanden kommen. Eine interessante Variante für die größte Orthopädie des Landes ohne Internisten auszukommen.

RSG betrachtet vorerst nur den stationären Bereich

Oder springt hier der niedergelassene Bereich ein?

Oder wir er überrollt.

Der RSG und seine verantwortliche Landesrätin lassen hier noch einige Fragen offen.

Was ist wirklich die Aufgabe der AEE? Soll das die Umsetzung des Gesundheitszentrums im Vollausbau sein. Als 24-h-Ambulanz des Krankenhauses mit Kassenvertrag?

Der RSG wird eine Reihe von Diskussionen auslösen. Viele Fragen, die im Plan vorgedacht sind werden sich kritischen Fragen stellen müssen. Ein Manko bleibt aber in jedem Fall.

Es wir wieder versäumt den Dualismus der derzeitigen Krankenversorgung zu betrachten und Lösungen vorzustellen.

Starre Haltung der Krankenkasse

Solange sich die Kasse als Reformer Nummer 1 mit wiederum schwarzen Zahlen feiert und dabei jeden möglichen Fortschritt in der Versorgung mit neuen Kooperationen erfolgreich verhindert, wird eis zu keiner umfassenden Reform des Gesundheitswesens, das in Wirklichkeit ein Krankheitswesen ist und die Überfuhr vom einen ins andere schon lange verpasst hat, kommen.

Ähnlichen Fragen geht auch der Bundesrechnungshof in seiner aktuellen Bericht zur Finanzierbarkeit von Leistungen in Ambulanzen und Ordinationen (http://www.rechnungshofgv.at/fileadmin/downloads/2011/berichte/teilberichte/bund/bund_2011_03/Bund_2011_03_6.pdf)  und schlägt hier auch konkrete Maßnahmen vor.

Diese Fragen sind zwingend mit zu betrachten, wenn man die Pläne, die sich im RSG finden, als Reform bezeichnen will, die „Jedem Patienten alles, was er braucht“ geben will.

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