DER FREIE ARZT - Nr. 2/2011
Dr. Jörg Garzarolli
Dr. Norbert Meindl
Kassenangelegenheiten
Eine ganze Reihe von Themen ist mit der Stmk.GKK in nächster Zeit zu verhandeln, wobei in allen Bereichen die Vorstellungen oder Forderungen von der Kurie Niedergelassene bereits definiert und der GKK zum Teil bereits vor Monaten übermittelt worden sind.
Honorarverhandlungen: nach Ablauf des 3-Jahres-Vertrages sind dazu heuer wieder Verhandlungen zu führen. Unsere zentralen Forderungen sind die Abgeltung der Inflationsrate PLUS die Einführung von neuen Leistungen in allen Fachgruppen – allerdings nur, wenn diese betriebswirtschaftlich entsprechen. Gerade in diesem Bereich besteht ein dringender Nachhol- bzw. Adaptierungsbedarf in Richtung auf zeitgemäße Medizin. Hier ist seit einigen Jahren durch Blockierung von Seiten der GKK so gut wie nichts geschehen. Dazu sind kommen noch die Fragen des erhöhten Administrationsaufwandes, der elektron. AU- Meldung, der Bereitschaftspauschale für den Ärztenotdienst Graz und des Ordinationsbedarfes für Wahlärzte.
Gruppenpraxis-Vertrag NEU (Ärzte GmbH): hier liegt dringender Handlungsbedarf vor, um die niedergelassene Versorgung besonders in Ballungsbereichen auch in Richtung auf zeitlich ausgedehntes Angebot zu optimieren. Ein spezielles Thema ist die radiologische Versorgung. Hier steht die GKK auf der Bremse, da sie einerseits vom „Köpfezählen“ nicht abrücken will und andererseits die Gründung solcher Praxen nach dem bestehenden Vertrag blockiert.
Planstellen – Kriterien: seit Jahren versucht die ÄK, gemeinsame Kriterien zur Definition des Planstellen-Bedarfes zu schaffen. Auch dazu liegt unser Vorschlag seit langem unbeantwortet bei der GKK. Gerade in Hinblick auf den jetzt beschlossenen RSG 2011 eine dringende Notwendigkeit.
Reihungs-/Vergabe-Kriterien: im Laufe der Jahre haben sich so manche Punkte der derzeit geltenden Richtlinie als nicht mehr zeitgemäß bzw. adaptierungsnotwendig herausgestellt : Bewerbungspflicht, Annahme-Procedere, Bewertung von Diplomen entsprechend der einzelnen Fächer, Aufwertung der Vertretungstätigkeit sind nur einige Punkte, für die wir einen Vorschlag gemeinsam mit der Kurie Angestellte erarbeitet haben. Dieser wurde vor kurzem an die GKK übermittelt.
Erweiterte Stellvertretung: diese Frage wurde mit der GKK bereits teilverhandelt, derzeit noch ohne endgültiges Ergebnis. Es ist zu hoffen, daß wir in absehbarer Zeit zu einer gemeinsamen Regelung kommen. Das von uns angesprochene Thema Job-Sharing von Planstellen wurde von der GKK zwar abgelehnt, im Interesse ganz besonders für unsere Kolleginnen und aus versorgungspolitischen Überlegungen für die Zukunft heraus ist diese Möglichkeit für uns jedoch noch nicht abgeschlossen – wir werden weiter daran arbeiten.
In den kommenden Verhandlungen wird sich zeigen, ob die GKK ihre immer wieder zitierte Position der „bestmöglichen Versorgung ihrer Versicherten“ ernst meint oder ob es sich nur um eine populistische Worthülse handelt. Der Anteil für ärztliche Hilfe ist in den letzten Jahren auf knapp über 14% des Gesamtaufwandes gesunken. Finanzielle Aspekte und Einsparungs-Pflichten für die GKK sind damit mehr als erfüllt - jetzt ist es an der Zeit, daß die niedergelassene ärztliche Versorgung zumindest schrittweise an zeitgemäße Notwendigkeiten herangeführt wird.